Süßungsmittel aus der Rinde von Birken

Birkenzucker (Xylit) ist ein natürliches kalorienarmes Süßungsmittel, das in verschiedenen Pflanzen vorkommt. Birkenzucker wird zudem industriell hergestellt und wird ähnlich wie Zucker verwendet. Hier erfahren Sie, was Birkenzucker ist, wie er eingesetzt wird und für wen Birkenzucker geeignet ist.

Was ist Birkenzucker?

Birkenzucker ist ein natürlicher Zuckeraustauschstoff, der aus der Rinde von Birken gewonnen wird und einen ähnlichen Geschmack wie Kristallzucker hat. Auch die Verwendungsmöglichkeiten von Birkenzucker und Kristallzucker sind vergleichbar. Allerdings ist Birkenzucker chemisch gesehen, kein Kohlenhydrat, sondern ein Zuckeraustauschstoff, beziehungsweise ein Zuckeralkohol. Hergestellt wird Birkenzucker aus Xylose (Holzzucker), anderen Hölzern, Resten von Maiskolben, Stroh oder aus Begleitprodukten der Zuckerherstellung.

Wie alle Zuckeraustauschstoffe hat auch Birkenzucker eine E-Nummer: Sie lautet E 967. Bekannt ist der Birkenzucker zudem unter dem Synonymen Xylit und Xylitol.

Birkenzucker ist ein Süßungsmittel aus der Rinde von Birken
Birkenzucker ist ein Süßungsmittel aus der Rinde von Birken

Birkenzucker: natürliches Vorkommen und Einsatz in Lebensmitteln

Birkenzucker kommt einerseits in der Rinde von Holz vor. Er ist zudem ein natürlicher Bestandteil vieler Gemüse und Obstsorten. Zu finden ist er beispielsweise in Blumenkohl, Pilzen, Pflaumen, Erdbeeren und Himbeeren.

Als Zusatzstoff wird Birkenzucker in verschiedenen Lebensmitteln eingesetzt, zum Beispiel als:

  • Kalorienreduzierte Lebensmittel wie Marmelade, Brotaufstriche, Milchprodukte, Schokoladen und Desserts
  • Zuckerfreie Bonbons und Kaugummis
  • Streusüße zum Zuckerersatz
  • Glutenfreie Nahrungsmittel
  • Nahrungsergänzungsmittel 
  • Süße Getränke
  • Fertigprodukte und spezielle Nahrungsmittel zur Gewichtsreduktion

Birkenzucker versus Zucker

Optisch gleicht der Birkenzucker dem bekannten Kristallzucker (Saccharose): Er hat eine kristalline Struktur und dieselbe Farbe. Auch der Geschmack ähnelt dem herkömmlichen Kristallzucker.

In Europa zählt Birkenzucker wie alle Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe zu den Zusatzstoffen. Im Gegensatz zu Süßstoffen liefern Zuckeraustauschstoffe jedoch Kalorien. Ihr Verzehr belastet den Stoffwechsel aber weniger als Kristallzucker, da für die Verstoffwechselung kein Insulin gebraucht wird.

  • Kalorien: Birkenzucker hat weniger Kalorien als Kristallzucker und liefert 240 Kilokalorien pro 100 Gramm. 100 Gramm Kristallzucker liefern 400 Kilokalorien. Daher kann der Austausch von Kristallzucker in Birkenzucker einen unterstützenden Beitrag bei der Gewichtsabnahme liefern.
  • Zähne: Bakterien, die Karies verursachen können Birkenzucker nicht oder nur unzureichend verwerten. Daher verursacht Birkenzucker kein Karies. Dies ist ein Grund dafür, dass in bestimmten Zahnpflegekaugummis Birkenzucker enthalten ist. In der Zutatenliste ist dann zumeist von Xylit die Rede.
  • Blutzuckerspiegel: Da Birkenzucker kein Kohlenhydrat ist, wird für dessen Abbau auch kein Insulin gebraucht. Dadurch wird der Stoffwechsel entlastet, was für Menschen mit Übergewicht und Erkrankungen des Stoffwechsels wie Diabetes hilfreich sein kann.
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Kochen und backen mit Birkenzucker

Birkenzucker kann in der täglichen Ernährung eingesetzt werden. Zwar löst er sich in warmen Speisen und Getränken besser als in kalten – dafür hat er eine vergleichbare Süßkraft wie Zucker. Auch durch die kristalline Konsistenz kann Birkenzucker zu einem Ersatz für Kristallzucker werden: Ob Kuchen, Kekse, Pudding oder Marmelade – Birkenzucker eignet sich zur Verwendung aller Lebensmittel. Er ist zudem wasserlöslich und hitzestabil.

Birkenzucker eignet sich zur Herstellung von Marmelade
Birkenzucker eignet sich zur Herstellung von Marmelade

Wo kann man Birkenzucker kaufen?

Birkenzucker kann in gut sortierten Supermärkten, Reformhäusern, Drogerien und im Online-Geschäften gekauft werden. Ein Kilogramm Birkenzucker kostet meist zwischen 10,00 bis 12,00 Euro.

Hat Birkenzucker unerwünschte Wirkungen?

Beträgt der Xylitanteil mehr als zehn Prozent, muss das Lebensmittel entsprechend gekennzeichnet sein. Der Verzehr größerer Birkenzuckermengen wirkt abführend. Ab wann der abführende Effekt einsetzt ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Als Faustregel gilt, das bei gesunden Menschen der tägliche Verzehr von bis zu 50 Gramm Birkenzucker problemlos vertragen wird. Voraussetzung hierfür ist, das der Verzehr über den Tag verteilt und nicht mit einer einzelnen Mahlzeit erfolgt. 

Da Birkenzucker wie Sorbit ein Zuckeraustauschstoff ist, brauchen Menschen mit einer Sorbitunverträglichkeit oder Fructoseunverträglichkeit zwar per se nicht auf den Verzehr von Birkenzucker verzichten. Sie sollten jedoch vorsichtshalber mit kleinen Verzehrmengen starten, um zu beobachten, ob der Birkenzucker vertragen wird. 

Grund für die abführende Wirkung ist der beschleunigte Abbau vom Birkenzucker durch die Darmbakterien. Je nach Empfindlichkeit und Zeitpunkt des Verzehrs können Bauchkrämpfe, Blähungen und Durchfall folgen. Gesundheitsschädlich ist Birkenzucker aber nicht.

Zusammenfassung

Birkenzucker (Xylit) kommt natürlicherweise in Pflanzen wie Birken und anderen Gehölzen sowie in vielen Gemüse- und Obstsorten vor. Er schmeckt ähnlich wie Kristallzucker und hat vergleichbare technologische Eigenschaften. Daher kann Birkenzucker wie Kristallzucker zum Kochen und Backen eingesetzt werden. Birkenzucker hat mehrere Vorteile: er liefert etwa 40 Prozent weniger Kalorien als Kristallzucker, verursacht kein Karies und der Verzehr wirkt sich kaum auf den Stoffwechsel aus. Allerdings liefert Birkenzucker auch Kalorien (240 Kilokalorien pro 100 Gramm) und er wirkt bei übermäßigem Verzehr abführend. Daher sollten täglich nicht mehr als 50 Gramm Birkenzucker genossen werden.

Literatur

Anderle P, Schwarz H, Krüger-Stolp K: Lebens- und Genussmittel – Warenkunde. 2. Aufl. Bildungsverlag EINS, Köln 2013.

Schek A.: Ernährungslehre kompakt. 4 Aufl. Umschau Zeitschriftenverlag, Sulzbach im Taunus 2011.

Teuscher E, Melzig MF und Lindequist,U: Biogene Arzneimittel. 6. Aufl. Stuttgart : Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2004.