Die besten Hausmittel gegen Fieber

Fieber tritt als eine Abwehrreaktion vom Körper gegen Krankheitskeime auf. Dadurch können Viren und Bakterien besser bekämpft werden. Hausmittel helfen dabei, das Fieber zu lindern und das Immunsystem zu unterstützen. Welche das sind, und wie die Hausmittel richtig angewendet werden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Bei Fieber ist das Immunsystem besonders aktiv

Fieber: Beschreibung und Ursachen

Bei Fieber steigt die Körpertemperatur auf über 38 Grad Celsius (°C) an. Es ist eine natürliche Reaktion des Körpers gegen Krankheitserreger wie Viren und Bakterien. Diese reagieren empfindlich auf die hohe Körpertemperatur und lassen sich dadurch besser bekämpfen. Gleichzeitig sind bestimmte Abwehrzellen des Immunsystems bei Fieber besonders aktiv: Sie bedrängen die Krankheitskeime, greifen sie an und schalten sie dann aus. Wichtig bei Fieber ist, dem Körper Ruhe zu gönnen, sodass sich das Immunsystem voll auf seine Aufgabe konzentrieren kann. Ein Infekt klingt dann oft binnen weniger Tage wieder ab.

Neben der Abwehr von Krankheitskeimen kann Fieber zudem andere Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Autoimmunerkrankungen und Krebserkrankungen. 

Fieber entsteht im Gehirn

Fieber ist ein Symptom, das von einem Steuerungszentrum im Gehirn reguliert wird, dem Hypothalamus. Im Hypothalamus befindet sich das Wärmeregulationszentrum. Es erhält seine Informationen über Wärme- und Kältefühler, die sich im Körper und auf der Haut befinden. Misst der Hypothalamus zu warme Temperaturen im Körperinneren, werden die Blutgefäße der Haut weitergestellt und er befiehlt vermehrtes Schwitzen. Ist es im Körperinneren hingegen zu kalt, tritt das Gegenteil ein: Die Blutgefäße ziehen sich zusammen, Gänsehaut entsteht und ein Muskelzittern (Schlottern vor Kälte) wird „eingeleitet“, damit die Körperkerntemperatur ansteigt. 

Wie entsteht Schüttelfrost? 

Bei Fieber kann auch die Wärmeabgabe herabgesetzt werden. Die Blutgefäße in der Haut stellen sich enger, weswegen Menschen mit Fieber oft eine kalte, blasse Haut haben und trotz Wärme im Inneren nicht schwitzen. Diese Reaktion dient dazu den Stoffwechsel anzuregen: Es kommt zu Schüttelfrost (Muskelzittern), wodurch wiederum die Wärmebildung ansteigt.

Schwitzen und Schüttelfrost bei Fieber – Warum ist das so?

Ordnet der Hypothalamus an, das Fieber zu senken, weiten sich die Blutgefäße der Haut. Sie wird warm, rot und Betroffene beginnen zu schwitzen.

Sowohl der Schüttelfrost und das Schwitzen dienen dazu, dass übermäßige Wärme den Körper verlässt. In Folge kühlt der Körper ab.

Wie wird Fieber eingeteilt?

Fiebermessen im Po ist zwar unangenehm, aber am genausten. Die nachfolgenden Werte beziehen sich auf die Fiebermessung im Po (Rektalmessung):

Temperatur in Grad Celsius (°C)

Beurteilung

37,5 bis 38,0

Erhöhte Körpertemperatur

38,0 bis 38,5

Leichtes Fieber

38,5 bis 39,0

Fieber

39,0 bis 40,0

Hohes Fieber

Über 40°C

Sehr hohes Fieber

Fieber ist oft eine Reaktion gegen Krankheitskeime

Ursachen von Fieber

Fieber ist ein typisches Symptom bei einer Erkältung, Influenza-Grippe oder bei einer Infektion mit Corona Viren, COVID-19. 

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Entzündungskrankheiten bei denen Fieber auftreten kann wie zum Beispiel Lungenentzündung, eitrige Mandelentzündung mit Halsschmerzen, Blutentzündung und akuten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. 

Weitere Ursachen sind zum Beispiel:

  • Nierenbeckentzündung
  • Blinddarmentzündung
  • Entzündungen der Gefäße, der Leber und des Bindegewebes (Kollagenosen)
  • Krebserkrankungen wie Lymphdrüsenkrebs
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Tuberkulose
  • Allergien
  • Thrombose

Fieber: Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Fieber ist bei einer Erkältung ein häufiges Symptom. Eine Ärztin oder einen Arzt sollten Sie in folgenden Situationen aufsuchen, zum Beispiel wenn: 

  • Sie Fieber über 39 Grad haben, aber keine Erkältungssymptome bestehen.
  • Sie hohes Fieber haben und gleichzeitig starke Kopfschmerzen bekommen, einen steifen Nacken oder Sie zunehmend teilnahmelos werden.
  • Sie mehr als drei Tage Fieber haben.
  • Sie in Intervallen Fieber haben.
  • Ihr Allgemeinzustand zunehmend schlechter wird.
  • Sie unsicher sind.

Achtung!

Ein Fieberkrampf ist ein Notfall.Tritt dieser bei Kindern erstmals auf oder hält länger als drei Minuten an, sollte ein Notarzt oder ein Kinderarzt gerufen werden. Ein Fieberkrampf ist ein Krampfanfall, der an einen epilepsieartigen Anfall erinnert.

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Die besten Hausmittel gegen Fieber

Hausmittel bei Fieber helfen auf verschiedene Art und Weise. Bei erhöhter Körpertemperatur und Fieber ist Ruhe zudem eine wichtige unterstützende Maßnahme. Achten Sie generell darauf viel zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust durch das vermehrte Schwitzen auszugleichen. Gut geeignet sind zimmerwarmes Wasser, Kräuter- und Früchtetees. Zudem sollten Sie die Körpertemperatur im Auge behalten und regelmäßig Fiebermessen.

Wadenwickel

Wadenwickel setzen die Körpertemperatur herab indem die kalte Nässe vom Wickel auf der warmen Haut des Fieber-Betroffenen verdunstet. Durch die Verdunstungskälte wird dem Körper Wärme entzogen und die Körpertemperatur fällt um 0,5 bis 2°C. Wichtig ist es den Wickel nach spätestens zehn Minuten zu entfernen, wenn die Tücher warm geworden sind.

Für einen Wadenwickel werden fünf Handtücher aus Naturfasern benötigt, zum Beispiel aus Baumwolle, Hanf oder Leinen: 

  • zwei Handtücher für die Innenlage
  • zwei Handtücher für äußere Lagen
  • ein großes Handtuch als Unterlage damit die Matratze nicht feucht wird und zusätzlich 
  • eine Wolldecke oder einen Schal. 

Synthetische Fasern lassen weder Feuchtigkeit noch Luft durch.

Anwendung

Ein Wadenwickel sollte im Liegen durchgeführt werden. Wichtig ist, dass der Körper vom Fieberpatienten mit Ausnahme der Waden warm gehalten wird, besonders die Füße. Bei einem Wadenwickel können daher Socken getragen werden. Um den Oberkörper warm zu halten, kann die wärmende Bettdecke helfen. Über die Unterschenkel sollte die Bettdecke aber nicht reichen, damit die Wärme von innen nach außen abgeleitet werden kann.

Für die Innenlagen zwei dünne Handtücher in kühlem Wasser tränken, das eine Temperatur von 16 bis 20 °C hat. Bei Kindern sollte die Temperatur höher sein und zwischen 28 bis 32 °C betragen, damit der Kreislauf nicht zu sehr beansprucht wird. Im nächsten Schritt werden die Tücher ausgewrungen und eng um die Waden gewickelt. Der Wickel sollte von der Kniekehle bis zum Fußgelenk reichen. Auf die feuchte Innenschicht folgen zwei weitere trockene Tücher, die um die feuchten Tücher gelegt werden. Abschließend erfolgt noch eine warme Lage, etwa eine Wolldecke.

Den Wickel nun zehn Minuten oder länger einwirken lassen, bis dieser warm geworden ist. Danach die Tücher entfernen und eine Pause von 15 bis 20 Minuten einhalten. Der Wadenwickel kann bis zur dreimal wiederholt werden. Die Anwendungen können somit zwischen 20 Minuten bis zwei Stunden dauern.

Vorsicht!

Ein Wadenwickel sollte nur dann angewendet werden, wenn der ganze Körper warm ist. Bei Schüttelfrost, kalten Händen und Füßen, sollten keine Wadenwickel angewendet werden, da die Umschläge das Fieber noch weiter ansteigen lassen und die Immunabwehr hemmen können. Nicht angewendet werden sollte ein Wadenwickel bei Durchblutungsstörungen der Beine, Fieber unter 39°C, bzw. unter 40°C bei Kindern, Infektionen der Harnwege und Ischiasnervproblemen.

Quark-Wadenwickel

Das Wirkprinzip vom Wadenwickel und Quark-Wadenwikel ist ähnlich. Der kalte Quark-Wickel soll die Wärme über die Haut abtransportieren und den Blut- und Lymphfluss aktivieren. Sie benötigen:

  • 250 bis 500 Gramm zimmerwarmen oder gekühlten Quark
  • zwei dünne Handtücher aus Baumwolle, Lein oder Hanffasern als Kompresse
  • zwei weitere Handtücher oder Mullbinden zum fixieren

Anwendung

Zimmerwarmer Quark wird messerrückendick auf das Handtuch verteilt und einmal gefaltet. Dann wird die Quark-Kompresse um die Waden gelegt. Wichtig ist, dass die Stoffseite vom Handtuch auf der Haut liegt und nicht der Quark. Jetzt kann der Quark-Wickel 15 bis 40 Minuten einwirken. Für die Befestigung dient eine Mullbinde oder ein Handtuch. 

Vorsicht!

Menschen mit einer Kuhmilcheiweißallergie dürfen den Quarkwickel nicht anwenden. Gleiches gilt bei offenen Wunden.

Mädesüß ist eine einheimische Heilpflanze

Mädesüßtee

Die Blüten und das Kraut vom Mädesüß enthalten eine Vorläufersubstanz der sogenannten Acetylsalicylsäure (ASS), besser bekannt unter dem Markennamen Aspirin®. Der fiebersenkende und schmerzlindernde Inhaltsstoff der Mädesüßblüten und dessen Kraut sind aber für den Körper weniger belastend als ASS, da die aktive Substanz erst im Körper selbst gebildet wird.

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion einen Teelöffel (1 Gramm) getrocknete Mädesüßblüten oder einen Teelöffel (1-2 Gramm) Mädesüßkraut (Apothekenqualität) mit 150 Millilitern kochend heißem Wasser. Sie können lose Pflanzenteile, einen Teefilter oder ein Tee-Ei verwenden. Den Tee zudecken und zehn Minuten ziehen lassen, dann die Blüten oder das Kraut abseihen.

Trinken Sie bis zu drei Tassen Mädesüßtee täglich. Bis eine Wirkung spürbar wird, können zwei Stunden oder mehr vergehen. 

Vorsicht!

Nicht bei einer Allergie gegenüber Salicylaten anwenden. Die gleichzeitige Anwendung von Salicylaten und anderen „Nichtsteroidalen Antirheumatika“ (NSAR) sollte immer mit einer Ärztin oder einem Arzt abgesprochen sein. Bekannte NSAR-Wirkstoff sind zum Beispiel Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen. Da keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit von Mädesüß bei schwangeren und stillenden Frauen vorliegen, sollte auch eine Anwendung verzichtet werden.

Weidenrindentee

Auszüge aus der Weidenrinde werden schon seit Jahrhunderten gegen Fieber und Schmerzen angewendet. Das Wirkprinzip ist mit dem vom Mädesüß vergleichbar. Bei der Anwendung der Weidenrinde als Tee ist zu beachten, dass ein Effekt frühestens zwei Stunden nach der Einnahme einsetzt. Grund hierfür ist, dass der Hauptinhaltsstoff, das Salicin, erst im Körper zur wirksamen Salicylsäure umgewandet werden muss.

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion einen Teelöffel (2 Gramm) getrocknete Weidenrinde (Apothekenqualität) mit 150 Millilitern kaltem Wasser. Sie können lose Rinde oder einen Teefilter beziehungsweise ein Tee-Ei verwenden. Die Mischung zum kochen bringen, dann den Topf vom Herd nehmen und 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach die Rinde absieben und den Tee trinken.

Pro Tag können drei bis fünf Tassen Weidenrindentee getrunken werden.

Vorsicht!

Nicht bei einer Allergie gegenüber Salicylaten anwenden. Die gleichzeitige Anwendung von Salicylaten und anderen „Nichtsteroidalen Antirheumatika“ (NSAR) sollte immer mit einer Ärztin oder einem Arzt abgesprochen sein. Da keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit von Weidenrinden bei schwangeren und stillenden Frauen vorliegen, sollte auf eine Anwendung verzichtet werden.

Holunderblütentee

Ein Tee mit Holunderblüten wirkt leicht schweißtreibend und eignet sich bei leichtem Fieber mit Kältegefühl bis Schüttelfrost. Die schweißtreibende Wirkung geht vermutlich auf die enthaltenen Glykoside der Holunderblüten zurück. Abschließend kann die Frage nach dem fiebersenkenden Wirkmechanismus aber noch nicht beantwortet werden. 

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion zwei bis drei Teelöffel (3-4 Gramm) getrocknete Holunderblüten (Apothekenqualität) mit 150 Millilitern kochend heißem Wasser. Sie können lose Blüten, einen Teefilter oder ein Tee-Ei verwenden. Den Tee zudecken und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen, dann die Blüten abseihen.

Trinken Sie bis zu drei Tassen Holunderblüten täglich, bevorzugt in der zweiten Tageshälfte.

Vorsicht!

Da keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit von Holunderblüten bei Schwangerschaft und während der Stillzeit vorliegen, sollte auch eine Anwendung verzichtet werden.

Info!

Hausmittel können Fieber lindern und die Abheilung fördern. Sie können andere therapeutische Behandlungen ergänzen oder alleinig angewendet werden. Dennoch haben Hausmittel auch ihre Grenzen. Sollte das Fieber länger als drei Tage anhalten oder trotz Behandlung andauern oder sich sogar verschlimmern, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Andere Gründe, für die eine medizinische Konsultation notwendig ist, finden Sie oben im Kapitel „Wann sollten Sie zum Arzt gehen?“

Quellen und Literatur

European Medicines Agency (EMA): Community herbal monograph on Filipendula ulmaria (L.) Maxim., herba. 2011. Online Portal: https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/final-community-herbal-monograph-filipendula-ulmaria-l-maxim-herba-first-version_en.pdf, Zugriff am 31.03.2020.

European Medicines Agency (EMA): European Union herbal monograph on Salix [various species including S. purpurea L., S. daphnoides Vill., S. fragilis L.], cortex. 2017. Online Portal: https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/final-european-union-herbal-monograph-salix-various-species-including-s-purpurea-l-s-daphnoides-vill_en.pdf, Zugriff am 31.03.2020.

European Medicines Agency (EMA): European Union herbal monograph on Sambucus nigra L., flos. 2018.Online Portal: https://www.fitoterapia.net/archivos/201807/wc500251100.pdf?1, Zugriff am 31.03.2020.

Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003

Kubelka W, Länger R: Phytokodex – Pflanzliche Arzneispezialitäten in Österreich. Gabliz 2001

Schilcher, H. et al.: Leitfaden Phytotherapie. 5. Aufl. Elsevier Urban & Fischer München 2016.

Wichtige Hinweise

Dieser Artikel kann niemals den ärztlichen, oder den von anderen medizinischen Fachleuten (zum Beispiel Psychotherapeuten, Ernährungstherapeuten und Heilpraktiker) Rat, eine Untersuchung, Diagnose und Therapie ersetzen. Bitte nehmen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden stets professionelle Unterstützung im Anspruch. 

Das vorliegende Werk wurde mit Sorgfalt erarbeitet. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewährleistung. Weder die Autorin noch andere Beteiligte können für mögliche Schäden oder Nachteile für die in diesem Werk vorgestellten Informationen hervorgehen haften.

Halsschmerzen: Welche Hausmittel helfen?

Halsschmerzen entstehen oft durch Entzündungen im Halsraum. Begleitet werden die Schmerzen häufig von Schluckbeschwerden, Heiserkeit und einem Kloßgefühl im Hals. Hausmittel können die Schmerzen abmildern und die Abheilung fördern. Welche das sind, und wie die Hausmittel richtig angewendet werden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Halsschmerzen sind bei Erkältungen besonders häufig

Halsschmerzen: Beschreibung und Ursachen

Bei Halsschmerzen kommt es oft zu Schmerzen im Bereich vom Kehlkopf und Rachen. Die empfundenen Schmerzen werden oft als kratzend, brennend oder stechend beschrieben. Zudem leiden Betroffene oft an Schluckbeschwerden, Heiserkeit, dem Gefühl einen Kloß im Hals zu haben oder sie haben das Empfinden, das der Hals trocken ist. Starke Halsschmerzen können bis in die Ohren ausstrahlen und je nach Ursache von Fieber und vermehrtem Speichelfluss begleitet werden.

Meistens treten Halsschmerzen durch eine Entzündung der Schleimhäute im Rachen durch Viren und Bakterien auf: Die Schleimhäute sind dann gerötet und häufig angeschwollen. Dabei können auch die Mandeln sowie die Lympfknoten am Hals merklich geschwollen sein. Die Schwellungen zeigen an, dass das Immunsystem mit Hochdruck daran arbeitet, die Krankheitserreger zu bekämpfen.

Bei einer Erkältung kommt es fast immer zu Halsschmerzen. Auch bei eine Influenza-Grippe oder bei einer Infektion mit Corona Viren, COVID-19, kann es manchmal zu Halsschmerzen kommen. 

Zudem gibt es zahlreiche Entzündungskrankheiten bei denen Halsschmerzen auftreten wie zum Beispiel die Mandelentzündung (Tonsillitis), Kehldeckelentzündung (Epiglossitis), Diphtherie, Pfeiffersches Drüsenfieber und Schilddrüsenentzündung. 

Daneben kommen auch Entzündungen der Speiseröhre und der Atemwege für die Halsschmerzen in Frage. Menschen, die an saurem Aufstoßen leiden (Refluxkrankheit) oder reizende Stoffe einatmen sind ebenfalls oft von Halsschmerzen betroffen. Weitere Ursachen sind zum Beispiel:

  • Mundsoor (Pilzerkrankung)
  • Kinderkrankheiten wie Scharlach, Mumps, Masern und Röteln
  • Herpangina (Infekt durch Coxackie-Viren)
  • Einatmen oder Verschlucken von Fremdkörpern
  • Verätzungen oder Verbrühungen vom Rachen oder der Speiseröhre
  • Insektenbisse oder Insektenstiche
  • Tumore im Bereichen von Zunge, Rachen, Speiseröhre, Mandeln und Kehlkopf

Halsschmerzen, die durch einen Infekt verursacht wurden, lassen meistens nach wenigen Tagen nach und klingen von alleine ab. 

Halsschmerzen: Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Halsschmerzen sind bei einer Erkältung ein häufiges Symptom. Eine Ärztin oder einen Arzt sollten Sie in folgenden Situationen aufsuchen, zum Beispiel wenn: 

  • Sie von sehr plötzlichen und sehr starken Halsschmerzen betroffen sind.
  • Sie heftige Schluckbeschwerden haben.
  • Sie mehrere Tage Halsschmerzen haben oder die Schmerzen schlimmer werden.
  • Sie zusätzlich Fieber bekommen.
  • Sie zudem an Atembeschwerden leiden.
  • Sie zusätzlich von Übelkeit und Erbrechen betroffen sind.
  • Sie einen Fremdkörper verschluckt haben oder sich den Rachen oder die Speiseröhre verbrannt oder verätzt haben.
  • Ihr Hals durch einen Insektenstich oder Insektenbiss schmerzt.
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Die besten Hausmittel gegen Halsschmerzen

Hausmittel bei Halsschmerzen helfen auf verschiedene Art und Weise. Sie lindern die Entzündung, mildern den Schmerz oder sie fördern die Abheilung.

Eichenrinden-Gurgellösung

Die Rinde der Eiche enthält besonders viele Gerbstoffe. Gerbstoffe wirken oberflächenverdichtend auf die Schleimhäute: Sie gehen eine unlösliche Verbindung mit den Eiweißen auf der Schleimhaut ein, sodass sich diese zusammenzieht. Dadurch ist die gereizte Schleimhaut im Hals besser abgedichtet und kann schneller abheilen. 

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion einen Teelöffel getrocknete Eichenrinde (2 Gramm) mit 250 Millilitern kaltem Wasser in einem kleinen Topf. Erhitzen Sie die Mischung, bis sie kocht. Nehmen Sie den Topf vom Herd, decken Sie ihn mit einem Deckel zu und lassen Sie die Mischung zehn Minuten ziehen. Danach die Rinde durch ein Teesieb abseihen und die Flüssigkeit abkühlen lassen. 

Gurgeln Sie mit dem abgekühlten Auszug so lange wie möglich, bevor sie ihn ausspucken. Wiederholen Sie die Anwendung mehrmals täglich.

Vorsicht!

Kinder, die jünger als zehn Jahre sind, sollten nicht mit Eichenrinde gurgeln.

Die Rinde der Eiche steckt voller Gerbstoffe

Quark-Wickel

Der kalte Quark-Wickel soll die Wärme über die Haut abtransportieren und den Blut- und Lymphfluss aktivieren. Dadurch zählt er zu den ableitenden Therapien. 

Anwendung

Zimmerwarmer Quark wird messerrückendick auf eine Kompresse oder ein kleines Geschirrtuch verteilt. Dann wird die Quark-Kompresse auf den Hals gelegt. Dort kann der Quark-Wickel 15 Minuten einwirken. Für die Befestigung dient eine Mullbinde oder ein Handtuch. 

Vorsicht!

Menschen mit einer Kuhmilcheiweißallergie dürfen den Quarkwickel nicht anwenden (Gilt nich bei Laktoseunverträglichkeit!). Gleiches gilt bei offenen Wunden.

Kartoffel-Halswickel

Wickel mit Kartoffeln sind ein altbewährtes Hausmittel bei Halsweh. Dazu werden 300 Gramm frische, gekochte Pellkartoffeln mit Schale in ein längs gefaltetes Handtuch gegeben und zerdrückt.

Anwendung

Geben Sie die Kartoffelmasse in ein Tuch und legen Sie dieses auf den Hals. Umwickeln Sie dieses mit einem großen Handtuch, um die Wärme zu erhalten und die Masse zu fixieren. Lassen Sie den Kartoffelwickel 20 Minuten oder länger einwirken. Danach die Masse entfernen und ruhen.

Vorsicht!

Die Kartoffelmasse sollte nicht zu heiß sein.

Eibischwurzeltee

Die Wurzeln der Eibischpflanze sind reich an sogenannten Schleimstoffen. Werden sie mit Wasser übergossen, gehen sie in die Flüssigkeit über. Gelangen die Schleimstoffe in den Mund und Rachen breiten sie sich wie ein schützendes Gel aus und lindern so den Hustenreiz.

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion einen Teelöffel (2 Gramm) getrocknete Eibischwurzeln (Apothekenqualität) mit 150 Millilitern kaltem Wasser, 1/2 Stunde ziehen lassen, dann abfiltern. Sie können lose Wurzeln, einen Teefilter oder ein Tee-Ei verwenden.

Erwärmen Sie den Tee nun auf Trinktemperatur. Kochen sollte die Mischung nicht, da die Schleimstoffe sonst zerstört werden und ihre Wirkung verlieren.

Alternativ können Sie auch mit dem Eibischwurzeltee eine Minute lang bei Halsschmerzen gurgeln. Anschließend wird die Lösung ausgespuckt..

Trinken Sie täglich bis zu vier Tassen Eibischwurzeltee.

Vorsicht!

Wenn Sie die Eibischwurzel-Extrakte als Tee einnehmen, sollten andere Arzneimittel etwa 30 bis 60 Minuten früher oder später eingenommen werden. Die Schleimstoffe könnten die Aufnahme anderer Medikamente in den Körper hemmen.

Die Extrakte der Blätter vom Salbei lindern Halsschmerzen

Salbeitee

Die Blätter vom Salbei enthalten einen entzündungshemmenden Cocktail aus Inhaltsstoffen, der die Vermehrung von Viren, Bakterien und Pilzen hemmt und zusätzlich die entzündeten Schleimhäute verdichtet. Genauer handelt es sich bei den Inhaltsstoffen um ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavonoide. Dadurch gehört der Salbeitee zu den besten und wirksamsten Hausmitteln gegen Halsschmerzen.

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion zwei Teelöffel (1,5 Gramm) getrocknete Salbeiblätter (Apothekenqualität) mit 150 Millilitern kochend heißem Wasser. Sie können loses Kraut, einen Teefilter oder ein Tee-Ei verwenden. Den Tee zudecken und fünf Minuten ziehen lassen, dann die Blätter abseihen.

Trinken Sie bis zu vier Tassen Salbeitee täglich, oder gurgeln Sie mit der kalten Lösung bei Bedarf. Salbeitee sollte nicht länger als vier Wochen am Stück angewendet werden.

Vorsicht!

Bei langfristiger, innerer Anwendung der Salbeiblätter und bei Dosierungen von mehr als 15 Gramm täglich kann es zu Hitzegefühlen, rasendem Herzschlag, Schwindel und Krämpfen kommen.

Da keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit von Salbeiblättern bei Schwangerschaft und während der Stillzeit vorliegen, sollte auch eine Anwendung verzichtet werden. Zudem hemmt Salbeitee den Milchfluss bei stillenden Müttern. Schwangere und Stillende dürfen aber mit Salbeitee bei Halsweh gurgeln.

Menschen, die Barbiturate und Benzodiazepine einnehmen, sollten Rücksprache zu der Einnahme von Salbeitee mit der Ärztin oder dem Arzt halten, da Wechselwirkungen möglich sind.

Reizlindernde Nahrung

Um die gereizte Schleimhaut im Rachen zu beruhigen, kann das Schlecken von Eiscreme ebenso wie der Genuss kalter Getränke helfen. Die Entzündung lindern sie aber nicht.

Zudem tun weiche und flüssige Nahrungsmittel dem Rachen gut: Warme Milch oder ein Pflanzendrink mit Honig, Naturjoghurt mit püriertem Obst, mild gewürzte Suppen und Brote ohne Körner schützen die Schleimhäute vor Reibung und Druck. Dadurch können sie das Schlucken erleichtern.

Nicht zu empfehlen sind hingegen saure und salzige Lebensmittel. Sie reizend den schmerzenden Hals ebenso wie grobkörnige oder faserige Nahrungsmittel nur noch mehr.

Info!

Hausmittel können die Halsschmerzen lindern und die Abheilung fördern. Sie können andere therapeutische Behandlungen ergänzen oder alleinig angewendet werden – haben allerdings auch ihre Grenzen. Sollten die Halsschmerzen über einen längeren Zeitraum anhalten oder trotz Behandlung andauern oder sich sogar verschlimmern, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Quellen und Literatur

European Medicines Agency (EMA): European Union herbal monograph on Althaea officinalis L., radix. 2016. Online Portal: https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/final-european-union-herbal-monograph-althaea-officinalis-l-radix_en.pdf, Zugriff am 23.03.2020.

Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003

Kubelka W, Länger R: Phytokodex – Pflanzliche Arzneispezialitäten in Österreich. Gabliz 2001

Schilcher, H. et al.: Leitfaden Phytotherapie. 5. Aufl. Elsevier Urban & Fischer München 2016.

Wichtige Hinweise

Dieser Artikel kann niemals den ärztlichen, oder den von anderen medizinischen Fachleuten (zum Beispiel Psychotherapeuten, Ernährungstherapeuten und Heilpraktiker) Rat, eine Untersuchung, Diagnose und Therapie ersetzen. Bitte nehmen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden stets professionelle Unterstützung im Anspruch. 

Das vorliegende Werk wurde mit Sorgfalt erarbeitet. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewährleistung. Weder die Autorin noch andere Beteiligte können für mögliche Schäden oder Nachteile für die in diesem Werk vorgestellten Informationen hervorgehen haften.

Hausmittel gegen Reizhusten durch Viren und Bakterien

Reizhusten ist ein Husten ohne Auswurf. Ausgelöst wird er durch eine Reizung der Atemwege, die von Viren und Bakterien verursacht werden. Hausmittel können den Hustenreiz lindern und die Abheilung fördern. Welche das sind, und wie die Hausmittel richtig angewendet werden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Gesunde Menschen brauchen keine Atemschutzmaske als COVID-19 Schutz

Was ist Reizhusten?

Reizhusten entsteht durch die Reizung der unteren Atemwege und ist ein Reflex: In der Schleimhaut vom Rachen befinden sich Husten-Rezeptorstellen, die bei gesunden Menschen von einer Schleimhautschicht bedeckt sind. Ist diese Schleimschicht trocken und beeinträchtigt, werden die Husten-Rezeptorstellen angegriffen, und es kommt zu einem Hustenreiz. Dabei wird ein ruckartiges Ausstoßen von Luft von der Atemmuskulatur erzeugt, um Krankheitskeime oder andere Schadstoffe aus den Atemwegen zu befördern. Aus diesem Grund sollte ein Hustenreflex möglichst nicht unterdrückt werden.

Oft tritt akuter Reizhusten zu Beginn einer akuten Bronchitis, Kehlkopfentzündung, Entzündung der Luftröhre, Tumore und bei kleinen Verstopfungen von Blutgefäßen in der Lunge (Lungenembolie). Auch das COVID-19 Virus verursacht Reizhusten.

Zudem können Reizungen der Nase, Nasennebenhöhlen und im Rachenraum trockenen Reizhusten auslösen. Gleiches gilt für bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel ACE-Hemmer. Sie werden gegen Herzschwäche (Herzinsuffizienz und Bluthochdruck) eingenommen: Reizhusten ist dann eine Nebenwirkung dieser Medikamente.

Wissenswertes!

Reizhusten wird auch als trockner Husten oder unproduktiver Husten bezeichnet, da dieser Husten ohne Auswurf einhergeht. Bei Husten mit Auswurf wird hingegen von Schleimhusten oder produktivem Husten gesprochen. Bei Schleimhusten sind die Atemwege wie beim Reizhusten überansprucht, wobei die Ursachen unterschiedlich sein können. Gleiches gilt für Bluthusten: Diese Husten-Form tritt bei schweren Krankheiten wie bei einer schweren Bronchitis mit Blutung der Schleimhaut oder Tuberkulose auf. Sehr selten können auch Krankheiten, die die Blutgerinnung beeinträchtigen wie die Bluterkrankheit oder die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten wie zum Beispiel Marcumar, Bluthusten auslösen.

Meistens dauert akuter Husten weniger als vier Wochen an, wenn er durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird. Verschwindet der Husten nach drei oder vier Wochen nicht, wird er als chronischer Husten oder Dauerhusten bezeichnet. Von chronischem Husten betroffen sind oft Menschen mit chronischer Bronchitis, Asthma oder Allergien. 

Reizhusten: Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Bei Reizhusten ist die Schleimhaut im Rachen im wahrsten Sinne des Wortes gereizt. Eine Ärztin oder einen Arzt sollten Sie bei Husten in folgenden Situationen aufsuchen, zum Beispiel wenn: 

  • Sie lang anhaltende, ausgeprägte Hustenanfälle haben.
  • Sie länger als eine Woche unverändert stark von Reizhusten betroffen sind.
  • Sie von Atemnot betroffen sind.
  • Sie zunehmend matter werden und Fieber hinzukommt.
  • Ihr Husten schmerzhaft und stärker wird.
  • Sie Blut beim Abhusten sehen.
  • Sie Kontakt mit Personen hatten, die eine Infektionskrankheit haben.
  • Sie in der Vergangenheit eine bekannte Krebserkrankung hatten oder an einer Immunschwäche leiden.

Die besten Hausmittel gegen Reizhusten

Um die gereizte Rachenschleimhaut zu beruhigen, ist Feuchtigkeit das Mittel der ersten Wahl. Zur Verfügung stehen zum Beispiel Kräutertees und Inhalationen. Auch Wickel oder Inhalationen mit Pflanzenextrakten können bei Reizhusten helfen. Bei Reizhusten mit Fieber, darf nicht gebadet werden, da das Herz-Kreislaufsystem überansprucht werden kann.

Malventee

Die Blätter und Blüten der Malve sind reich an sogenannten Schleimstoffen. Werden sie mit Wasser übergossen, gehen sie in die Flüssigkeit über. Gelangen die Schleimstoffe in den Mund und Rachen breiten sie sich wie ein schützendes Gel aus und lindern so den Hustenreiz.

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion einen Teelöffel getrocknete Malvenblätter (1,8 Gramm) oder Malvenblüten (1-2 Gramm) mit rund 150 Millilitern kochend heißem Wasser. Sie können lose Blätter oder Blüten, einen Teefilter oder ein Tee-Ei verwenden. Den Tee zudecken und zehn bis 15 Minuten ziehen lassen, dann die Blätter oder Blüten abseihen.

Trinken Sie den ausreichend abgekühlten Tee aus Malvenblättern in kleinen Schlucken. Bei angegriffener Schleimhaut in Mund und Rachen können Sie den Auszug für einige Sekunden im Mund halten und verteilen, bevor Sie den Tee herunterschlucken. So verteilen sich die schützenden Schleimstoffe noch besser. Alternativ können Sie den Tee auch wieder ausspucken oder zum Gurgeln verwenden. Dazu sollte er jedoch kalt sein.

Trinken Sie täglich bis zu drei Tassen Malventee.

Vorsicht!

Ob Malvenblätter und Malvenblüten in der Schwangerschaft und Stillzeit negative Effekte ausüben, wurde bislang nicht untersucht. Daher sollten Zubereitungen mit der Malve während dieser Zeit nicht angewendet werden.

Malven stecken voller schleimhautschützender Schleimstoffe

Bienenwachs-Wickel

Ein Bienenwachs-Wickel ist eine Stoffkompresse, die mit Bienenwachs beschichtet ist. Sie wird auf die Brust und den Rücken aufgetragen. Sie speichert, vertieft und reguliert die körpereigene Wärme und kann so den Hustenreiz abmildern. 

Anwendung

Aufgewärmt wird die Kompresse für zwei bis vier Minuten im Backofen bei 40°C oder sie wird auf eine Wärmflasche gelegt. Anschließend wird die Kompresse auf die Brust und bei Bedarf zusätzlich auf den Rücken gelegt. Dort kann der Bienenwachs-Wickel 20 Minuten oder mehrere Stunden wirken. Für die Befestigung dient eine Mullbinde oder ein Handtuch. 

Sie erhalten Bienenwachskompressen in Apotheken, Reformhäusern oder im Online-Handel. Ein Vorteil der Kompressen ist ihre Wiederverwertbarkeit: Sie können für zehn bis zwölf Anwendung gebraucht werden.

Vorsicht!

Achten Sie darauf, dass der Bienenwachs-Wickel nicht zu heiß auf die Haut aufgetragen wird. Es kann sonst zu Verbrennungen kommen.

Kartoffelwickel

Der bewährte Kartoffel-Brustwickel lindert den Hustenreiz. Dazu werden 300 Gramm frische Pellkartoffeln mit Schale in ein längs gefaltetes Handtuch gegeben und zerdrückt.

Anwendung

Legen Sie die Kartoffelmasse auf die Brust und umwickeln Sie diese mit einem großen Handtuch, um die Wärme zu erhalten und die Masse zu fixieren. Lassen Sie den Kartoffelwickel 20 Minuten oder länger einwirken. Danach die Masse entfernen und ruhen.

Vorsicht!

Die Kartoffelmasse sollte nicht zu heiß sein.

Desinfizierender Raumduft mit Kiefernnadelöl

Während Feuchtigkeit in der Luft die gereizten Schleimhäute der Atemwege beruhigt, hat Kiefernnadelöl eine leicht desinfizierende Wirkung.

Anwendung

Befüllen Sie eine Schale mit Wasser und geben Sie fünf Tropfen Kiefernnadelöl (Apothekenqualität) hinzu. Stellen Sie das Schälchen an einen warmen Platz, zum Beispiel auf die Heizung oder den Ofen und atmen Sie die Dämpfe ein. Das Schälchen mit dem Kiefernnadelöl sollte in einem Raum stehen, indem Sie sich häufig aufhalten.

Vorsicht!

Wenn Sie an Asthma leiden oder Keuchhusten diagnostiziert wurde, darf kein Kiefernnadelöl angewendet werden. In großen Mengen, kann die direkte Inhalation von konzentriertem Kiefernnadelöl die Haut und Schleimhäute reizen.

Thymiantee

Das Kraut vom Thymian lindert Reizhusten indem seine Inhaltsstoffe (Flavonoide und ätherische Öle) die Bronchialmuskulatur entspannen. Gerade bei krampfartigem Husten, der mit Schmerzen verbunden ist, ist eine Tasse Thyimantee wohltuend.

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion einen Teelöffel getrocknetes Thymiankraut (1,5 Gramm) mit rund 150 Millilitern kochend heißem Wasser. Sie können loses Kraut, einen Teefilter oder ein Tee-Ei verwenden. Den Tee zudecken und fünf Minuten ziehen lassen, dann das Kraut abseihen.

Trinken Sie den ausreichend abgekühlten Tee aus Thymiankraut in kleinen Schlucken. Im Tagesverlauf nehmen Erwachsene bis zu drei Tassen ein.

Vorsicht!

Ob Thymiankraut in therapeutischen Mengen in der Schwangerschaft und Stillzeit negative Effekte ausüben, wurde bislang nicht untersucht. Daher sollten Zubereitungen mit dem Thymian während dieser Zeit nicht angewendet werden.

Heilpflanzen für Dummies
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Efeu-Brausetabletten

Bestimmte Inhaltsstoffe der Efeublätter mildern trockenen Reizhusten und lindern die Entzündung der Atemwege. Angewendet werden die Extrakte aus den Efeublättern nur in Form von Fertigarzneimitteln, die in Apotheken erhältlich sind: Die Herstellung von korrekt dosierten Tees ist schwierig, da die enthaltenen Inhaltsstoffe punktgenau abgemessen werden müssen. 

Anwendung

Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene nehmen zwei mal täglich 1 Brausetablette (600 Milligramm) aufgelöst in Wasser ein.

Über die richtige Dosierung von Jugendlichen und Kindern unter 12 Jahren geben Apotheker-Innen und Ärzt-Innen Auskunft.

Vorsicht!

Efeu-Brausetabletten dürfen nicht zusammen mit hustenreizstillenden Medikamenten wie Codein eingenommen werden. Menschen mit Magenschleimhautentzündung oder Magengeschwüren sollten Efeu-Extrakte nur nach Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt einnehmen, da die Inhaltsstoffe die Schleimhäute im Magen reizen können.

Anti-Hustenreiztee

Gegen gereizte, entzündete Schleimhäute kann eine Mischung aus verschiedenen Heilpflanzen helfen. Für 100 Gramm Anti-Hustenreiz-Teemischung brauchen Sie:

  • 40 Gramm Eibischwurzeln
  • 40 Gramm Malvenblätter
  • 20 Gramm Kamillenblüten

Kaufen Sie die Zutaten in der Apotheke oder im Reformhaus. Achten Sie dabei auf das Qualitätsmerkmal „Arzneiqualität“. Nur so ist die erforderliche Menge an wirksamen Inhaltsstoffen garantiert. Vermischen Sie die Zutaten und geben Sie diese in eine beschriftete Teedose.

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion einen Teelöffel der Teemischung (1,5 Gramm) mit 250 Millilitern kochend heißem Wasser. Sie können lose Kräuter, einen Teefilter oder ein Tee-Ei verwenden. Den Tee zudecken und fünf Minuten ziehen lassen, dann das Kraut abseihen.

Trinken den ausreichend abgekühlten Tee in kleinen Schlucken. Im Tagesverlauf nehmen Erwachsene bis zu drei Tassen ein.

Vorsicht!

Ob die Heilpflanzen in therapeutischen Mengen in der Schwangerschaft und Stillzeit negative Effekte ausüben, wurde bislang nicht untersucht. Daher sollten Zubereitungen der Teemischung während dieser Zeit nicht angewendet werden. 

Auch bei bekannten Allergien und Unverträglichkeiten gegenüber eine oder mehrere Heilpflanzen der Teemischung sollten Sie auf die Anwendung verzichten.

Einreibungen

Salben, Cremes und Gele mit ätherischen Ölen wie Kampfer, Fichte, Kiefer und Eukalyptus entspannen die Atemwegsmuskulatur und lindern den Hustenreiz. Entsprechende Präparate können Sie in der Apotheke oder in Drogerien kaufen.

Anwendung

Bitte wenden Sie das Präparat nach den Anweisungen des Herstellers an.

Vorsicht!

Bitte beachten Sie die Warnhinweise der Hersteller.

Info!

Hausmittel können je nach Stärke der Symptome und Krankheitsbild Reizhusten lindern und die Abheilung fördern. Sie können andere therapeutische Therapien ergänzen oder alleinig angewendet werden. Wichtig ist, dass Hausmittel immer einen Effekt auf die Gesundheit auslösen – so mild sie auch sein mögen. Sollte jedoch Ihre Ärztin oder Ihr Arzt der Meinung sein, dass die Anwendung von Hausmitteln den Erfolg einer anderen medizinisch notwendigenTherapie behindern könnte, sollen Sie auf den Einsatz der Hausmittel verzichten.

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Quellen und Literatur

Bäumler, S: Heilpflanzen Praxis Heute. München 2007.

Committe on Herbal Medicinal Products (HMPC). European Union herbal monograph on Malva sylvestris L., flos. Online Portal: https://www.ema.europa.eu/documents/herbal-monograph/draft-european-union-herbal-monograph-malva-sylvestris-l-flos-first-version_en.pdf, Zugriff am 18.03.2020.

Committe on Herbal Medicinal Products (HMPC). European Union herbal monograph on Malva sylvestris L. and/or Malva neglecta Wallr., folium. Online Portal: https://www.ema.europa.eu/documents/herbal-monograph/draft-european-union-herbal-monograph-malva-sylvestris-l/malva-neglecta-wallr-folium-first-version_en.pdf, Zugriff am 18.03.2020.

Schilcher, H. et al.: Leitfaden Phytotherapie. 5. Aufl. Elsevier Urban & Fischer München 2016.

Wichtige Hinweise

Dieser Artikel kann niemals den ärztlichen, oder den von anderen medizinischen Fachleuten (zum Beispiel Psychotherapeuten, Ernährungstherapeuten und Heilpraktiker) Rat, eine Untersuchung, Diagnose und Therapie ersetzen. Bitte nehmen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden stets professionelle Unterstützung im Anspruch. 

Das vorliegende Werk wurde mit Sorgfalt erarbeitet. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewährleistung. Weder die Autorin noch andere Beteiligte können für mögliche Schäden oder Nachteile für die in diesem Werk vorgestellten Informationen hervorgehen haften.

Lavendel – das violette Duftwunder für einen ruhigen Geist

Der Lavendel ist das Symbol der Provence. Durch seine wohltuenden und beruhigenden Wirkungen, gehört das violette Duftwunder zu den beliebtesten Heilpflanzen überhaupt. Heute wird das ätherische Lavendelöl standardmäßig in der Medizin als Arzneimittel eingesetzt. Wem die Heilpflanze helfen kann, und wie der Lavendel als Hausmittel richtig eingesetzt wird, das erfahren Sie in diesem Beitrag.

Der Lavendel ist ein Duft- und Heilpflanze

Lavendel (Lavandula angustifolia)

Im August, dem heißesten Monat des Jahres, ist die beste Zeit für die Lavendelernte. Die Trockenheit und die Hitze bewirken, dass die ätherischen Öle in die Blüte steigen. Anschließend werden die blau-violetten Blüten zur Destillerie gebracht, wo ihnen das ätherische Öl entzogen wird. Jede Destillerie hat hierfür ihre eigenen Methoden. In den meisten Fällen wird das ätherische Öl den Blüten jedoch mit Hilfe von Wasserdampf entzogen. Dazu wird in einem Heizkessel Wasser erhitzt. Der dabei entstehende Wasserdampf wird in einen großen Behälter, dem Destillierkolben geleitet. In diesem Destillierkolben liegen gleichmäßig verteilet, aber dicht gepresst die geernteten Lavendelpflanzen. 

Ätherisches Lavendelöl und Lavendel-Hydrolate

Durch den Wasserdampf werden die ätherischen Öle aus dem Lavendel freigesetzt, sodass er sich mit ihnen vermischt. Dann wird der Wasserdampf in ein Gefäß mit kaltem Wasser geleitet, sodass er kondensiert. In der dabei entstehenden Flüssigkeit schwimmt das ätherische Öl oben, weil es eine niedrigere Dichte als das Wasser hat. Dadurch wird einerseits das reine Lavendelöl gewonnen und gleichzeitig auch das Lavendel-Hydrolat. Ein Hydrolat ist ein „übrig gebliebenes“ Wasser mit Spuren vom ätherischen Lavendelöl. Hydrolate werden zum Beispiel zum Parfümieren von Wäsche verwendet. Zudem kommt es in der Aromatherapie zum Einsatz.

Reines Lavendelöl hat eine gelbliche Farbe. Es duftet süßlich und frisch. Um einen Liter davon herzustellen, werden rund 130 Kilogramm Lavendelpflanzen gebraucht.

Weiße, rosa und blau-violette Lavendelblüten

Es gibt weit über 200 verschiedene Lavendelarten. Sie unterscheiden sich durch ihre Blüten und deren Farben, ihre Blätter und auch durch ihren Duft. Zudem müssen vor allem zwei Lavendel-Pflanzensorten unterschieden werden: der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) und der Speick-Lavendel, dem Lavandin. Lavandin ist eine Kreuzung, die entweder auf natürliche Weise entsteht oder bewusst gezüchtet wird. 

Der Echte Lavendel ist eine Heilpflanze und hat therapeutische Eigenschaften. Er wirkt zum Beispiel beruhigend und krampflösend. Auch helfen die Extrakte aus dem Echten Lavendel bei Magenkrämpfen und Nervosität. 

Bei der Sorte Lavandin handelt es sich um eine sterile Pflanze. Sie enthält mehr Kampfer als der Echte Lavendel, weswegen sie intensiver duftet als der Echte Lavendel. Aus diesem Grund kommt das preiswerte Lavandin oft in der Industrie als Zusatz von Reinigungsmitteln zum Einsatz. Zu medizinischen Zwecken ist der Echte Lavendel dem Lavandin überlegen.

Lavendel: entspannungsfördernde Terpene und Gerbstoffe

Würden alle 200 verschiedene Lavendelsorten in ihre „Einzelteile“, die Inhaltsstoffe, aufgetrennt werden, so käme als Ergebnis eine Mischung aus über 2.000 verschiedenen Komponenten dabei heraus! Wissenschaftler vermuten, dass zwischen 15 und 20 Prozent dieser Inhaltsstoffe eine Wirkung auf die Gesundheit haben. Diese gewaltige Menge verschiedener Inhaltsstoffe lässt bereits vermuten, dass keine einzelne Substanz für die medizinischen Wirkungen vom Lavendel verantwortlich ist: und so ist es auch. Dennoch gibt es einige Schlüssel-Inhaltsstoffe im Lavendel, die für die Hauptwirkungen der Heilpflanze unerlässlich sind. Durch diesen Umstand sind die vielen anderen Substanzen jedoch keineswegs wertlos, denn sie unterstützen die Schlüssel-Inhaltsstoffe, damit sie deren Wirkung voll entfalten können.

Der Lavendel hat zwei Wirkstoffe: Lavendelblüten und das ätherische Öl (Lavendelöl). Das ätherische Lavendelöl wird aus den Blüten vom Echten Lavendel gewonnen.

Inhaltsstoffe medizinischer Lavendelblüten

Medizinische Lavendelblüten enthalten mindestens 1,5 Prozent ätherisches Öl. Es setzt sich hauptsächlich aus Monoterpenen wie Linalylacetat, Linalool, Campher, Ocimen und Cineol zusammen. Linalyacetat hat beruhigende und entspannungsfördernde Wirkungen. Zudem ist es für den typischen Duft der Pflanze verantwortlich. Linalool hat desinfizierende, keimhemmende und antientzündliche Eigenschaften.

Zudem enthalten getrocknete Lavendelblüten bis zu zwölf Prozent Gerbstoffe, sogenannte Lamiaceen-Gerbstoffe. Zu ihren wichtigsten Vertretern gehören Rosmarinsäure und Chlorogensäure. Auch Flavonoide, Triterpene und Phytosterole sind in den Lavendelblüten in kleinen Mengen zu finden.

Inhaltsstoffe von medizinischem Lavendelöl

Lavendelöl setzt sich aus ätherischen Ölen zusammen. Um einen therapeutischen Nutzen zu haben, muss es 25 bis 46 Prozent Linalylacetat und 20 bis 45 Prozent Linalool enthalten. Andere Inhaltsstoffe kommen in Spuren vor.

Lavendel-Extrakte verbessern den gesunden Schlaf

Lavendel in der Medizin

Anwendungsgebiete mit begründeter und plausibler Wirksamkeit

Lavendelblüten und Lavendelöl werden von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) empfohlen, um leichte Symptome zu lindern. Zum Beispiel bei:

  • psychischem Stress und Erschöpfung, zum Beispiel durch Verluste von geliebten Menschen und Tieren, durch psychische Belastungen vor und während Prüfungen, durch familiäre Belastungen und Probleme beim Arbeitsplatz
  • Schlafbeschwerden, zum Beispiel bei angstbedingten Schlafbeschwerden und bei Ein- und Durchschlafbeschwerden durch Stress

Der Einsatz von Lavendelblüten und Lavendelöl werden ab dem vollendeten zwölften Lebensjahr empfohlen.

Wissenswertes

Äußert sich der psychische Stress durch depressive Symptome, ist die Anwendung von Johanniskraut gut geeignet. Das Johanniskraut ist die einzige Heilpflanze, die derzeit auch in der konventionellen Medizin als wirksames Arzneimittel zur Behandlung von leichter bis mittelschwerer Depression anerkannt ist.

Anwendungsgebiete aufgrund der Studienlage

Die Wirkungen von Lavendelblüten und Lavendelöl werden derzeit weiter erforscht. Aufgrund erster Studienergebnisse können sie innerlich und äußerlich angewendet helfen bei:

  • Stimmungsschwankungen, die mit Unruhe, Rastlosigkeit, Reizbarkeit oder Schlaflosigkeit einhergehen
  • Schmerzen im Unterbauch (Unterleib)
  • Blähungen und Bauchkrämpfe durch Nervosität

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zudem die Anwendung von Bädern mit Lavendelblüten-Extrakten oder Lavendelöl bei:

  • Herz-Kreislaufbeschwerden 

Anwendungsgebiete aufgrund von Erfahrungswissen

Die medizinische Anwendung von Lavendelblüten und Lavendelöl haben eine lange Tradition. Sie werden daher traditionell äußerlich eingesetzt bei:

  • Kopfschmerzen
  • Erkältung
  • Wunden wie Schrammen, Insektenstiche, Prellungen

Die Einzelportion, Tagesmenge und der richtige Einsatz von Lavendelblüten und Lavendelöl

 

Einzelportion

Tagesmenge

Einsatz als

Lavendelblüten

1-2 Gramm

3-6 Gramm

Tee

Lavendelöl (innere Anwendung)

20-80 Milligramm

80 Milligramm

Fertigarzneimittel oder Tropfen in Wasser

Lavendelöl (äussere Anwendung)

60-3.000 Milligramm

60-3.000 Milligramm

Inhalat, Badezusatz

Getrocknete Lavendelblüten und Lavendelöl erhalten Sie in der Apotheke, im Reformhaus und in der Drogerie. Achten Sie bitte auf das Qualitätsmerkmal „Arzneimittelqualität“. Hierbei handelt es sich um schadstoffgeprüfte Ware mit einem garantierten Anteil an Inhaltsstoffen.

Lavendelblütentee kann den nervösen Magen beruhigen

Basisrezepte mit Lavendel

Lavendelblüten-Tee

Übergießen Sie für eine Portion einen Teelöffel (1,5 Gramm ) getrocknete Lavendelblüten (Arzneiqualität) mit 150 Millilitern kochend heißem Wasser. Sie können lose Blüten, einen Teefilter oder ein Tee-Ei verwenden. Den Tee zudecken und zehn bis 15 Minuten ziehen lassen, dann die Blüten abseihen.

Trinken Sie den ausreichend abgekühlten Tee aus Lavendelblüten dreimal täglich in kleinen Schlucken. 

Lavendelölbad gegen Stress

Lassen Sie für ein Vollbad rund 100 Liter Wasser mit einer Temperatur von 37°C in die Badewanne ein. Geben Sie ein bis drei Gramm Lavendelöl in das Badewasser. 50 Tropfen ergeben rund ein Gramm. Baden Sie für rund 15 Minuten, und ruhen Sie sich anschließend für 15 bis 30 Minuten aus. Wiederholen Sie das Bad täglich, bis sich die Symptome bessern.

Tipp! 

Auch die Extrakte der Rosenwurz können bei vorübergehendem Stress helfen. Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Anti-Kopfschmerz-Inhalation mit Lavendelöl

Nehmen Sie für die Inhalation ein größeres, breites Gefäß. Geben Sie in das Gefäß etwa ein Liter heißes Wasser und fünf bis acht Tropfen des ätherischen Lavendelöls. Zur Inhalation legen Sie sich ein großes Handtuch über den Kopf, damit die Dämpfe nicht entweichen können.

Inhalieren Sie je nach Intensität der Beschwerden zwei bis dreimal täglich zwischen fünf und zehn Minuten.

Tipp!

Eine Inhalation mit Lavendelöl kann auch bei Erkältung und Atemwegsbeschwerden helfen. Geben Sie drei Tropfen Lavendelöl in eine Duftlampe und inhalieren Sie die Dämpfe 30 Minuten ein.

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Die unerwünschten Wirkungen vom Lavendel

Unerwünschte Wirkungen zu den Lavendelblüten sind nicht bekannt.

Empfindsame Menschen können durch Lavendelöl Kopfschmerzen bekommen. Durch das direkte Auftragen auf die Haut kann es zudem selten zu allergischen Reaktionen kommen. Bei innerer Anwendung sind Nebenwirkungen wie Aufstoßen, Übelkeit und Verstopfung möglich. Zudem kann Lavendelöl schläfrig machen. Dadurch kann die Reaktionszeit negativ beeinträchtigt werden. Dies ist beim Autofahren oder dem Bedienen von anderen Maschinen zu bedenken.

Für Babys und Kleinkinder ist die Anwendung von ätherischen Ölen in Kopfnähe ungeeignet. Die Anwendung im Bereich des Kopfes kann zu Krämpfen und Atemlähmungen führen.

Literatur und Quellen

European Medicines Agency (EMA) (2010): Community herbal monograph on Lavandula angustifolia Miller, flos. Online Portal: https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/final-community-herbal-monograph-lavandula-angustifolia-p-mill-flos_en.pdf, Zugriff am 09.03.2020.

European Medicines Agency (EMA) (2011): Community herbal monograph on Lavandula angustifolia Miller, aetheroleum. Online Portal: https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/final-community-herbal-monograph-lavandula-angustifolia-miller-aetheroleum_en.pdf, Zugriff am 09.03.2020.

World Health Organiziation (2007): WHO monographs on selected medicinal plants. Volume 3. Genf.

Wichtige Hinweise

Dieser Artikel kann niemals den ärztlichen, oder den von anderen medizinischen Fachleuten (zum Beispiel Psychotherapeuten, Ernährungstherapeuten und Heilpraktiker) Rat, eine Untersuchung, Diagnose und Therapie ersetzen. Bitte nehmen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden stets professionelle Unterstützung im Anspruch. 

Das vorliegende Werk wurde mit Sorgfalt erarbeitet. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewährleistung. Weder die Autorin noch andere Beteiligte können für mögliche Schäden oder Nachteile für die in diesem Werk vorgestellten Informationen hervorgehen haften.

Lauftherapie: Laufen im Namen der Gesundheit

Die Lauftherapie ist eine noch relativ junge Disziplin innerhalb der Bewegungstherapien. Sie zielt darauf ab, seelischen und körperlichen Beschwerden vorzubeugen und zu behandeln. Lauftherapeuten unterstützen motivierte Anfänger und Wiedereinsteiger dabei einen gesunden Einstieg ins Laufen zu bekommen und dranzubleiben. Welchen Nutzen die Lauftherapie hat, für wen sie geeignet ist und wie Sie einen professionellen Lauftherapeuten finden, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Laufen kann die seelische und körperliche Gesundheit fördern

Laufen als Therapie

Die Lauftherapie ist ein gesundheitsorientiertes Ausdauertraining. Ziel ist es, die Gesundheit zu unterstützen und zu fördern. 

Langsames, ausdauerndes Laufen (Joggen/ Jogging) hat zahlreiche positive Auswirkungen auf die Psyche und den Körper. Daher trägt das Laufen als Therapie zur Vorbeugung und Behandlung zahlreicher Beschwerden und Krankheiten bei, und beeinflusst zum Beispiel die Gesundheit von Herz, Stoffwechsel, Skelettmuskulatur und Gehirn.

Wissenswertes

Laufen als Therapie ist im deutschsprachigen Raum einen noch junge Form der Bewegungstherapie. In Deutschland geht sie auf den Psychologen und Erziehungswissenschaftler Professor Alexander Weber zurück, der in den 1980-iger Jahren das Konzept der Lauftherapie entwickelte. Im Jahr 1988 gründete er das Deutsche Lauftherapiezentrum e.V. in dem seit der Gründung qualifizierte Lauftherapeuten ausgebildet werden.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der Lauftherapie und Laufsport

Die Vorbeugung von Erkrankung und die Linderung von gesundheitlichen Beschwerden wie die Stärkung vom Herz-Kreislaufsystem stehen bei der Lauftherapie im Vordergrund. Der Leistungsgedanke wie zum Beispiel an einem Marathon teilzunehmen, nimmt dabei einen untergeordneten Stellenwert ein. Zudem wird bei der Lauftherapie darauf geachtet, dass sich die Teilnehmer vor Überbelastung schützen. Ein Grund hierfür ist, dass zu schnelles und unachtsames Laufen oft mehr schadet als nützt: Eine Überbelastung vom Herz-Kreislaufsystem, der Gelenke, Knochen, Muskeln und Sehnen kann dann nicht nur die Gesundheit beeinträchtigen, sondern verdirbt oft jegliche Freude am Laufen.

Soweit muss es aber nicht kommen, und es gibt auch zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen der Lauftherapie und dem (gesunden) Laufsport: Der Aufenthalt in der Natur, eine gute Körperwahrnehmung und der Spaß, welchen viele Menschen durch das Laufen empfinden, tragen oft zu mehr seelischem und körperlichem Wohlbefinden bei. Gerade bei längeren Läufen gelangen Läuferinnen und Läufer nicht selten in einen Flow, der auch als ein meditativer Geisteszustand beschrieben wird.

Die Grenzen zwischen Laufen als Therapie und als Sport gehen daher fließend ineinander über. Wer erst einmal vom „Lauffieber“ ergriffen ist, wird davon kaum noch wegkommen.

Viele Läuferinnen und Läufer fühlen sich durch das Laufen entspannt

Der Mensch – von Natur aus ein Läufer

Die meisten Menschen beginnen mit den ersten Schritten zum ersten Geburtstag, und bleiben gehend in Bewegung bis ins hohe Alter. Aber das war nicht immer so. Die Vorfahren des Menschen bewegten sich auf allen vieren: Im Laufe der Evolution sind Menschen dann zum zweibeinigen Läufer geworden, und sind es bis heute. 

Die Anatomie des Menschen ist in großen Teilen vom Laufen geprägt, beginnend mit der Form der Füße über die Muskeln und Sehnen in den Beinen sowie das Becken, die Wirbelsäule und den Brustkorb. Sogar der Kopf ist perfekt für das Laufen ausgerichtet: Er sitzt auf den Halswirbeln so auf, dass beim rennen ein gerader Blick nach vorne möglich ist. Das Innenohr hilft zusätzlich dabei das Gleichgewicht zu halten und so auch beim schnellen Laufen in Balance zu bleiben. Zusätzlich ist die Haut des Menschen perfekt fürs Laufen von längeren Strecken ausgelegt. Die Schweißdrüsen und die wenigen Haare helfen dabei bei Anstrengung effektiv abkühlen zu können und nicht zu überhitzen. Die meisten Tiere haben diese Eigenschaft nicht. Zwar kann der Mensch mit der Geschwindigkeit vieler Tiere beim laufen nicht mithalten. Dafür ist der Körper geradezu prädestiniert dafür enorm lange Zeiträume in einem gleichmäßigem Tempo zu laufen. Das zurücklegen von Strecken von 20 bis 40 Kilometern pro Tag war für den Menschen damals normal und ist es bei manchen Naturvölkern bis heute. Die Menschen dürften aber keineswegs täglich 40 Kilometer gelaufen sein, im Sinne von Jogging. Vielmehr dürfte es ein ständiger Wechsel zwischen gehen und laufen gewesen sein. 

Gesundheitliche Wirkungen vom Laufen

Die Lauftherapie ist ein moderates Ausdauertraining, das den Allgemeinzustand, die Funktion bestimmter Organe und die Psyche positiv beeinflusst, wie zum Beispiel:

Allgemeinzustand 

Regelmäßiges Laufen verbessert das Bewusstsein für den Körper, das Wohlbefinden und die Lebensqualität. Auch die Schlafqualität und die persönliche Fitness nehmen zu. Wer zu Übergewicht neigt, nimmt durch Lauftraining leichter ab.

Gehirn

Die Durchblutung vom Gehirn steigt durch das Lauftraining. Es fördert zudem das Wachstum von Nerven. Auch Leistungsverluste im Alter werden verlangsamt.

Psyche

Das moderates Lauftraining die Stimmung verbessert, die Stressresistenz ansteigen lässt und die innere Ruhe fördert, wurde in vielen Studien am Menschen gezeigt. Auch bei Depression, Angst und Antriebslosigkeit ist Laufen hilfreich. So wurde etwa in einer Studie von Blumenthal et al. offengelegt, dass Laufen ähnlich wirksam wie ein Antidepressivum ist.

Wissenswertes 

Wer viel Stress hat, oft müde und antriebslos ist, kann das Lauftraining mit den Extrakten der Rosenwurz kombinieren. Die Heilpflanze fördert die Stressresistenz und hilft bei Müdigkeit und Schwäche indem sie den körpereigenen Cortisonspiegel senkt und die Zellen dazu anregt, mehr Energie zu bilden.

Herz und Gefäßsystem 

 Unter körperlicher Belastung und während der Ruhephasen (sportfreie Zeit) beziehungsweise im Alltag kommt es zu einer Abnahme der Herzschlagfrequenz. Dadurch wird der Muskel entlastet und auch der Blutdruck sinkt. Gleichzeitig werden seine Funktionen durch das regelmäßige Training verbessert. So steigt die Menge vom Blutvolumen mit jedem Herzschlag und das Organ erholt sich schneller nach körperlicher Belastung. Zudem wird das Herz selbst besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Laufen verbessert die Funktion von Herz, Kreislauf und der Blutgefäße

Blut 

Regelmäßiges Laufen beeinflusst die Eigenschaften und Zusammensetzung des Blutes. So nimmt etwa die Fließeigenschaft vom Blut zu. Auch die Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und Hämoglobin steigen. Gleichzeitig neigen die Blutplättchen weniger dazu sich zusammenzuballen (Thrombozytenaggregation), was wichtig für die Vorbeugung vor Blutgerinnseln und Thrombosen ist. Zudem sinken bestimmte Entzündungswerte im Blut wie der CRP-Wert. CRP ist die Abkürzung für C-reaktives Protein (Eiweiß) und ein wichtiger Laborwert, der Entzündungen im Körper anzeigt.

Wissenswertes

Wer viel läuft, sollte seinen Eisen-Status im Blut regelmäßig prüfen, da das Spurenelement durch das Schwitzen schneller verloren geht. Eisen ist beispielsweise wichtig für den Sauerstofftransport. Mehr über das Spurenelement erfahren Sie hier.

Stoffwechsel 

Laufen beeinflusst den gesamten Stoffwechsel. Besonders gut untersucht sind die Auswirkungen auf die Blutfette und die Vorbeugung vor Atherosklerose. Während das schädliche LDL-Cholesterin durch regelmäßiges Laufen abnimmt, steigt die Menge an gefäßschützendem HDL-Cholesterin. Zudem erhöht regelmäßiges Laufen den Energieumsatz und ist damit als Unterstützung beim Abnehmen oder zu Stabilisierung vom Körpergewicht bestens geeignet.

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Verdauung

Wer zu einer schwachen Verdauung oder Verstopfung neigt, wird vom Laufen profitieren. Laufen fördert die Durchblutung aller Organe – auch die von Dünndarm und Dickdarm. Dadurch wird die Verdauung gesteigert. Für all diejenigen, die bereits eine gute Verdauung haben, bedeutet das allerdings, dass sie an Lauftagen und den Stunden vor dem Lauf nicht zu ballaststoff- und fruchtzuckerreich essen sollten. Es kann sonst zu einer gesteigerten Verdauung auf der Strecke kommen.

Muskeln 

Es werden mehr Muskeln, die das Skelett umgeben (Skelettmuskulatur) gebildet. Gleiches gilt für die kleinsten Blutgefäße, die die Muskeln mit Sauerstoff und Nährstoffe versorgen. In Folge gelangen mehr Sauerstoff und Nährstoffe in die Skelettmuskulatur und die Durchblutung wird verbessert.

Atemwege 

Laufen verbessert die Lungenfunktion sowie die Durchblutung der Organe. Zudem nehmen die Atemmuskulatur und das Atemzug- und Atemminutenvolumen zu. Die Atemfrequenz nimmt hingegen ab. Mit anderen Worten: Die Lungen können mehr Sauerstoff aufnehmen und verwerten, müssen aber dafür weniger „arbeiten“.

Immunsystem

Moderates Lauftraining stärkt das Immunsystem. Insbesondere Menschen, die über lange Zeiträume viel Ausdauersport treiben, haben ein deutlich aktiveres Immunsystem als Nichtsportler. Dadurch sinkt die Anfälligkeit gegenüber Infektionen, chronische Entzündungen und Autoimmunerkrankungen.

Hormonsystem

Durch das Laufen wird der Insulinspiegel im Blut abgesenkt. Zudem sprechen bestimmte Körperzellen besser auf Insulin an. So kann das regelmäßige Lauftraining zur Vorbeugung und Behandlung von Diabetes Typ 2 (Altersdiabetes) beitragen.

Die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin wird zudem verringert. Die Konzentrationen von Dopamin, Serotonin und Noradrenalin im Blut nehmen hingegen zu. Dies trägt wiederum zu mehr Gelassenheit in Stresssituationen bei und entlastet das Herz-Kreislauf- und Gefäßsystem. 

Ausdauersport und Krebserkrankungen

Neuere Untersuchungen zeigen, dass regelmäßiger Sport das Risiko für bestimmte Krebsarten zwischen 13 bis 42 Prozent reduziert (Schmid D & Leitzmann MF, 2014). Grund hierfür ist der Anstieg besonderer Immunzellen im Blut, die sogenannten natürlichen Killerzellen. Auch wer von einer Krebserkrankung betroffen ist, kann vom Laufen profitieren. Im Schnitt sinkt die Sterbewahrscheinlichkeit um rund 28 Prozent, selbst wenn mit dem Training erst nach der Diagnose begonnen wird. Bei der Diagnose Prostata-Krebs sind es sogar mehr als 60 Prozent, wenn mehr als drei Stunden pro Woche trainiert wird (Kenfield SA, et al., 2011).

Ablauf einer Lauftherapie

In der Regel wird eine Lauftherapie in einer Gruppe durchgeführt, die von einer Therapeutin oder einem Therapeuten geleitet wird. Es gibt aber auch die Möglichkeit als Einzelperson eine Lauftherapie durchzuführen. Informationen über die Laufkurse erhalten Sie zum Beispiel auf Nachfrage bei Ihrer Krankenkasse. Dort erfahren Sie auch, welche Kostenzuschüsse die gesetzlichen Krankenkassen für eine Lauftherapie oder andere Laufkurse leisten. 

Über die Internetseite vom Lauftherapie-Verband finden Sie zudem Listen von Lauftherapeuten und deren Kontaktdaten. 

Ein Lauftherapiekurs dauert in der Regel zwischen zehn und zwölf Wochen. Trainiert wird meistens zweimal wöchentlich. Die meisten Einsteiger schaffen es am Ende des Kurses rund 30 Minuten am Stück zu laufen.

Zu Beginn vom Kurs wird auf den Status der Gesundheit eingegangen und über die richtige Ausrüstung sowie über ein mögliches Verletzungsrisiko gesprochen

Lauftherapie auch bei schweren und chronischen Erkrankungen

Speziell ausgebildete Lauftherapeuten bieten Kurse speziell bei Erkrankungen wie Mukoviszidose, anderen Lungen- und Atemwegskrankheiten, Demenz und Depression an. Auch für geistig behinderte sowie sehbehinderte und blinde Menschen gibt es Angebote. Je nach Status der Gesundheit wird entweder gelaufen oder gewalkt.

Kinder und Jugendliche fürs Laufen begeistern

Dem Bewegungsmangel entgegenwirken, das Seelische stärken und sogenannten Zivilisationskrankheiten im Erwachsenenalter vorbeugen – das sind wichtige Ziele der Lauftherapie für Kinder und Jugendliche. Für sie gibt es spezielle und altersgerechte Angebote.

Gibt es Menschen für die eine Lauftherapie ungeeignet ist?

Wer von (starkem) Übergewicht betroffen ist, sollte zunächst mit Ausdauersportarten wie Walking, Schwimmen oder Radfahren beginnen und erst nach und nach mit der Lauftherapie beginnen. Auch bei bestimmten Herz-Kreislauferkrankungen wie peripheren Durchblutungsstörungen und Gelenkverschleiß (Arthrose) etwa im Knie und Hüftgelenk ist Laufen ungeeignet. Zudem gilt wie bei allen Sportarten: kein Sport bei akuten Infekten und Erkrankungen. 

Zusammenfassung

Die Lauftherapie ist eine Form der Bewegungstherapie. Sie wird zur Vorbeugung und Linderung von Krankheiten eingesetzt. Laufen hat zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit, die von einer Verbesserung des Allgemeinbefindens bis zu psychischen und körperlichen Effekten reichen. Durchgeführt wird die Lauftherapie üblicherweise in Gruppen, die von ausgebildeten Therapeuten geleitet werden. Hiervon profitieren besonders Einsteiger und Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen: Die Unterstützung der Gesundheit steht im Vordergrund der Lauftherapie.

Literatur und Quellen

Aderhold L & Weigelt S: Laufen!…durchstarten und dabeibleiben – vom Einsteiger bis zum Ultraläufer. Schattauer-Verlag, Stuttgart 2012.

Blumenthal JA, Babyak MA, Moore KA, et al.: Effects of exercise training on older patients with major depression. Arch Intern Med 1999; 159: 2349–56. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10547175, Zugriff am 03.03.2020.

Hollstein T: Sport als Prävention: Fakten und Zahlen für das individuelle Maß an Bewegung. Dtsch Arztebl 2019; 116.https://www.aerzteblatt.de/archiv/209444/Sport-als-Praevention-Fakten-und-Zahlen-fuer-das-individuelle-Mass-an-Bewegung, Zugriff am 03.03.2020.

Kenfield SA, Stampfer MJ, Giovannucci E, Chan JM: Physical activity and survival after prostate cancer diagnosis in the health professionals follow-up study. J Clin Oncol 2011; 29: 726–32. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21205749, Zugriff am 03.03.2020.

Schmid D & Leitzmann MF: Association between physical activity and mortality among breast cancer and colorectal cancer survivors: a systematic review and meta-analysis. Ann Oncol 2014; 25: 1293–311. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24644304, Zugriff am 03.03.2020.

Wichtige Hinweise

Dieser Artikel kann niemals den ärztlichen, oder den von anderen medizinischen Fachleuten (zum Beispiel Psychotherapeuten, Ernährungstherapeuten und Heilpraktiker) Rat, eine Untersuchung, Diagnose und Therapie ersetzen. Bitte nehmen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden stets professionelle Unterstützung im Anspruch. 

Das vorliegende Werk wurde mit Sorgfalt erarbeitet. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewährleistung. Weder die Autorin noch andere Beteiligte können für mögliche Schäden oder Nachteile für die in diesem Werk vorgestellten Informationen hervorgehen haften.

Eisen: unentbehrlich für ein gutes Gedächtnis, die Blutbildung und schlagkräftige Abwehrkräfte

Das Spurenelement Eisen ist ein lebenswichtiger Mikronährstoff. Es ist an der Blutbildung beteiligt und ist zudem für ein funktionierendes Immunsystem wichtig. In manchen Bevölkerungsgruppen ist die Versorgung mit Eisen allerdings ungenügend. Warum das so ist, welche Folgen das hat und wie Sie sich ausreichend mit Eisen versorgen können, erfahren Sie in diesem Beitrag. 

Eisen ist für den Transport von Sauerstoff und die Blutbildung unerlässlich

Was ist Eisen?

Eisen ist ein Mikronährstoff, genauer ein lebensnotwendiges (essentielles) Spurenelement. Da der Körper Eisen nicht selber bilden kann, muss es mit der Nahrung zugeführt werden. Aufgenommen wird das Spurenelement über die Darmschleimhaut. Wie viel Eisen aufgenommen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Sind die Eisenspeicher gut gefüllt, wird weniger Eisen aufgenommen, sind sie beinahe leer, steigert der Dünndarm die Aufnahme. 

Zudem speichert der menschliche Körper Eisen. Das meiste Eisen befindet sich in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten), genauer im Hämoglobin. Darüber hinaus wird Eisen als Ferritin in der Leber, der Milz, dem Knochenmark und den Schleimhautzellen gespeichert. Ferritin ist ein Eiweiß, das das Spurenelement umhüllt und abspeichert. Daher wird Ferritin auch als Depot-Eisen bezeichnet.

Welche Aufgaben hat Eisen?

Eisen hat zahlreiche Aufgaben im menschlichen Körper. Zu den wichtigsten gehören:

  • Transport von Sauerstoff: Über die Lungen wird Sauerstoff aufgenommen. Mit Hilfe von Eisen wird dieser in die roten Blutkörperchen und dessen Blutfarbstoff Hämoglobin gebunden. Hämoglobin verteilt den Sauerstoff dann im ganzen Körper. So können die Zellen Sauerstoff für die Energiegewinnung nutzen. Zudem bindet das Muskeleiweiß Myoglobin Eisen. Myoglobin kann wie Hämoglobin Sauerstoff binden. Es versorgt die Muskeln so mit Sauerstoff.
  • Blutbildung: Damit Hämoglobin gebildet werden kann, wird Eisen benötigt. Dadurch trägt Eisen direkt zur Blutbildung bei.
  • Stärkung der Abwehrkräfte: Eine ausreichende Eisenversorgung trägt zu einem intakten Immunsystem bei. Da Eisen die Bildung von Abwehrzellen fördert, die Krankheitskeime abtöten, ist ein normaler Eisenspiegel wichtig für ein schlagkräftiges Immunsystem.
  • Gehirnentwicklung: Besonders im Kindesalter und für Jugendliche ist eine ausreichende Eisenversorgung wichtig, damit sich das Gehirn richtig entwickelt. Aber auch für Erwachsene ist Eisen wichtig, denn das Spurenelement ist am Aufbau von Nervenzellen im Gehirn wichtig. Eisen ist somit für die Lernfähigkeit und das Gedächtnis unentbehrlich. 
  • Energiebildung: Eisen ist Bestandteil bestimmter Enzyme, die für die Bildung von Energie notwendig sind. Nur mit Eisen können diese Enzyme richtig arbeiten.
  • Abbau von Giften: Eisen ist Baustein mehrerer Enzyme der Leber. Aufgabe der Leberenzyme ist es, Giftstoffe wie Arzneimittel und Gifte aus der Umwelt abzubauen, sodass sie über den Urin ausgeschieden werden können. 
  • Zellteilung: Für die Neubildung von Informationen im Erbgut und die Zellteilung wird Eisen benötigt. Zudem wird es für die Bildung von Eiweiß gebraucht. 

Wie hoch ist der tägliche Eisenbedarf?

Der tägliche Eisenbedarf ist vom Alter und der Lebensphase eines Menschen abhängig. Die empfohlene Zufuhr wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) festgelegt. Kinder und Erwachsene brauchen pro Tag:

Alter

Tagesbedarf in Milligramm

Säuglinge bis zum vollendeten 4. Monate

0,5

Säuglinge ab 4 Monate bis Kinder 6 Jahre

8

Kinder: 7 bis 9 Jahre

10

Jugendliche Mädchen: 10 bis 19 Jahre

15

Jugendliche Jungen: 10 bis 18 Jahre

12

Erwachsene Frauen: 19 bis 50

15

Erwachsene Frauen: 51 Jahre und älter

10

Erwachsene Männer: 19 Jahre und älter

10

Frauen in der Schwangerschaft

30

Frauen in der Stillzeit

20

Frauen haben während der Schwangerschaft und Stillzeit einen erhöhten Eisenbedarf

Wichtige Eisenwerte im Blut

Der Eisenstatus kann im Blut auf verschiedene Weise bestimmt werden. Ärztinnen, Ärzte, Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker kombinieren oft vier Messwerte, um zu erfahren ob ein Eisenmangel vorliegt, oder ob es sich um eine Entzündung im Körper handelt:

  • Hämoglobin (roter Blutfarbstoff)
  • Ferritin (Depot-Eisen)
  • Transferrin und
  • C-raktives Protein, kurz CRP (CRP ist ein Entzündungswert)

Bei Entzündungen im Körper ist neben dem CRP-Wert auch der Ferritin-Wert im Blut zu hoch.

Normal-Werte

Hämoglobin im Vollblut in Gramm pro Deziliter

Eisen in der Blutflüssigkeit (Serum) in Mikrogramm pro Deziliter

Ferritin im Serum in Mikrogramm pro Liter

Transferrin-Sättigung in Prozent

C-reaktives Protein pro Deziliter in Prozent

Frauen

12-16

40-150

23-110

35 +/-15

<0,5

Männer

13,5-17,5

60-160

34-310

35 +/-15

<0,5

Eisen: auf die Form kommt es an!

Eisen in der Nahrung kommt in zwei Formen vor: als zweiwertiges Eisen (Hämeisen) und als dreiwertiges Eisen (Nicht-Hämeisen). Zweiwertiges Eisen ist vom Körper gut verwertbar und kommt in tierischen Lebensmitteln vor. Dreiwertiges Eisen wird im Vergleich zum zweiwertigen Eisen deutlich schlechter verwertet, denn es muss im Körper in Hämeisen umgewandelt werden. Nicht-Hämeisen kommt in pflanzlichen Lebensmitteln vor, etwa in Nüssen und Getreide. Trotzdem ist es möglich, den täglichen Eisenbedarf mit pflanzlichen Lebensmitteln zu decken, denn Vitamin C, Fruchtsäuren und Eiweiß steigern die Aufnahme von Eisen im Darm.

Lebensmittel, die die Eisenverwertung hemmen

Nicht alle eiweißhaltigen Lebensmittel verbessern die Verwertung von Eisen. Milch und Milchprodukte können durch das enthaltene Calcium die Aufnahme hemmen. Auch Phytin aus Getreide und Hülsenfrüchten hemmen die Eisenaufnahme: Sorgen um das Phytin brauchen Sie sich aber nicht zu machen, denn während der Zubereitung der Lebensmittel, durch Einweichen und Keimen wird Phytin abgebaut. Sauerteigbrote etwa enthalten kein Phytin mehr, wenn der Teig zehn Stunden einweichen konnte. Auch gebackene Hefeteig-Brote enthalten nur noch die Hälfte vom Phytin, das im vollen und unverarbeiteten Korn vorkommt. 

Kaffee und Tee setzen die Eisenverwertung herab

Kaffee, schwarzer und grüner Tee setzen durch ihre Inhaltsstoffe die Aufnahme von Eisen im Darm herab. Wer die Verfügbarkeit vom Eisen optimal ausnutzen möchte, sollte daher eine Pause zwischen dem Genuss von Kaffee und Tee sowie dem Verzehr eisenhaltiger Lebensmittel von etwa einer Stunde einhalten.

Info! 

Es gibt Medikamente, die einen Einfluss auf die Eisenverwertung haben. Säureblocker – etwa mit dem Wirkstoff Omeprazol – werden beispielsweise bei Sodbrennen eingesetzt. Der Wirkstoff setzt die Bildung von Magensäure herab. Fällt die Magensäure stark ab, wird Eisen aus der Nahrung nur noch in sehr kleinen Mengen aufgenommen. Betroffen ist insbesondere das Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Wer regelmäßig Säureblocker einnimmt, sollte daher die Eisenwerte im Blut regelmäßig prüfen lassen. Gleiches gilt, wenn Sie Arzneimittel zur Cholesterinsenkung einnehmen. Betroffen sind Anionentauscher, etwa der Wirkstoff Cholestyramin. 

Daher ist es empfehlenswert einen Einnahmeabstand zwischen dem Säureblocker oder/ und Anionentauscher und der Mahlzeit von zwei Stunden oder länger einzuhalten. Der Genuss Vitamin-C-reicher Lebensmittel hilft zusätzlich dabei, das Eisen besser zu verwerten. Viel Vitamin C steckt zum Beispiel in roter Paprika, Kohl, Sanddornbeeren, Zitrusfrüchten und in Beerenobst.

Zehn Lebensmittel, die besonders eisenreich sind

Eisen steckt in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln. Da die Leber ein Speicherorgan für Eisen ist, liefern Lebergerichte besonders viel Eisen, genauer zwischen acht bis 30 Milligramm pro 100 Gramm. Viele Menschen mögen jedoch keine Leber. Zehn weitere gute Eisenlieferanten sind:

Lebensmittel

Eisen in Milligramm pro 100 Gramm 

Linsen

7,5

Pistazienkerne

7,3

Kichererbsen

7,0

Pfifferlinge 

6,5

Haferflocken

4,6 (-6)

Spinat

3,4

Rindfleisch (mager)

2,1

Garnele (Nordsee)

1,8

Hering

1,5

Huhn (Brust)

1,1

Linsen und andere Hülsenfrüchte enthalten viel Eisen

Eisen: Wie gut ist die Versorgungslage?

In Deutschland gilt die Versorgung mit Eisen als gut. Insbesondere bei Jungen und Männer jeden Alters gilt die Versorgung sogar als mehr als ausreichend. Grund hierfür ist der häufig hohe Fleisch- und Fischverzehr. Auch Frauen im Alter ab dem 50. Lebensjahr (beziehungsweise nach der Menopause) sind ausreichend mit dem Spurenelement versorgt. Mehr zum Nährstoffbedarf erfahren Sie hier.

Erhöhter Bedarf von Frauen und in Schwangerschaft und Stillzeit

Mit anderen Worten: Die Eisenversorgung ist bei Mädchen und Frauen oft unzureichend. Ein zentraler Grund ist die monatliche Regelblutung, durch die sich ein erhöhter Bedarf ergibt. Zudem essen Frauen im Schnitt weniger Fleisch als Männer. Besonders von einem Eisenmangel gefährdet sind Schwangere und Stillende. In der Schwangerschaft verdoppelt sich der Eisenbedarf durch das Wachstum der Gebärmutter und den gesteigerten Bedarf an Sauerstoff. In der Stillzeit, wird Eisen über die Muttermilch abgegeben.

Risikogruppen: Veganer, Leistungssportler und Menschen mit Darmerkrankungen

Eisen aus pflanzlicher Nahrung ist weniger gut vom Körper verwertbar, als tierisches. Vegetarier und Veganer haben daher ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an Eisen.

Info! 

Auch wer wenig Fleisch und Fisch ist, sich vegetarisch oder vegan ernährt, kann den täglichen Eisenbedarf über die Ernährung decken. Wichtig ist dann ein gezielter und regelmäßiger Verzehr von eisenreichen pflanzlichen Lebensmitteln zusammen mit Vitamin C. Bei Fragen zu weiterführenden Informationen und Interesse an einer Ernährungsberatung, berate ich Sie gerne persönlich.

Wer viel schwitzt, etwa durch Ausdauersport wie Laufen oder Radfahren, verliert bis zu 1,2 Milligramm Eisen pro Liter Schweiß! Daher sollten Ausdauersportler stets ein Augenmerk auf die Eisenversorgung legen. Insbesondere Frauen, die viel Ausdauersport betreiben, sind anfällig für einen Mangel. Sie verlieren während der monatlichen Regelblutung zusätzliches Eisen.

Für die Aufnahme von Eisen ist eine intakte Darmschleimhaut notwendig. Daher ist die Gefahr einen Eisenmangel zu entwickeln für Menschen hoch, die eine geschädigte Darmschleimhaut haben. Betroffen sind Menschen, etwa mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und bei der Krankheit Zöliakie.

Die Folgen eines Eisenmangels

Eisen beeinflusst die Sauerstoffversorgung der Zellen, Leistungen vom Gehirn und die Funktion von Nerven. 

Besteht ein Mangel an Eisen zeigt sich dieser zu Beginn meist durch Müdigkeit, Blässe, brüchige Nägel, Haare und durch trockene und rissige Haut. Zudem kann sich ein beginnender Eisenmangel durch Lern- und Konzentrationsschwäche sowie durch Kurzatmigkeit äußern. Ein Mangel beginnt bei Frauen, wenn der Hämoglobinwert in Gramm pro Deziliter unter 12 liegt und bei Männern unter 13,5.

Wird der Eisenmangel nicht behoben, kann es zu einer Eisenmangel-Anämie (Blutarmut) kommen. Die leeren Speicher des Körpers verursachen dann schwere Beschwerden wie Kopfschmerzen, bleierne Müdigkeit, Probleme beim hören und sehen, Atemnot, Herzrasen und eingerissene Mundwinkel. 

Wie behebe ich einen Eisenmangel?

Stellt eine Ärztin, ein Arzt, eine Heilpraktikerin oder ein Heilpraktiker einen Eisenmangel fest, wird je nach Ausprägung des Mangels ein Präparat in einer passenden Dosierung verordnet, das zweiwertiges Eisen enthält. Eisenpräparate sind in Form von Kapseln, Tabletten und Ampullen verfügbar. Bei einem besonders schweren Eisenmangel erfolgt die Gabe von Eisen zumeist als Infusion direkt in die Blutbahn. 

Die Einnahme von hochdosierten Eisenpräparaten kann jedoch auch unerwünschte Wirkungen auslösen, wie zum Beispiel Übelkeit, Bauchschmerzen und Verstopfung.

Info! 

Ist die Versorgung mit Eisen auf der Grenze zum Mangel, kann eine Ernährungsweise, die gezielt auf eisenreiche Lebensmittel ausgerichtet ist, einen weiteren Abfall der Werte bewirken. Unterstützung erhalten Sie von einer zertifizierten Ernährungsfachkraft. Zudem bezuschussen die gesetzlichen Krankenkassen oft die Ernährungsberatung finanziell, damit Sie gesund bleiben.

Frauen mit einer starken Periode, Vegetarier- und VeganerInnen sollten mit der Ärztin oder dem Heilpraktiker abklären, ob eine tägliche zusätzliche Ergänzung von zehn Milligramm Eisen sinnvoll ist.

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Warum ist eine Überversorgung mit Eisen schädlich?

Bei dem Verzehr von zu viel Eisen in der Nahrung schützt sich der menschliche Körper vor einer Überversorgung in dem die Aufnahme im Darm herunterreguliert wird. Trotzdem kann eine übermäßige Einnahme von Eisen im schlimmsten Fall zu einer Eisenvergiftung führen und Organe wie das Herz, die Nieren, die Bauchspeicheldrüse und die Leber schädigen, etwa wenn Eisenpräparate regelmäßig und in hoher Dosis ergänzt werden. Aus diesem Grund sollte die Einnahme von Eisenpräparaten stets unter ärztlicher Beratung erfolgen.

Zudem wird diskutiert, ob eine Überversorgung mit Eisen das Risiko für Erkrankungen wie Atherosklerose, Parkinson und Krebserkrankungen steigert: Zu viel Eisen kann oxidativen Stress verursachen und die Bildung von freien Radikalen steigern.

Auch gibt es einige Personengruppen, für die eine Ergänzung von Eisen nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder Arzt erfolgen sollte:

  • Krankheiten vom Magen-Darm-Trakt, Leber und Nieren: Eisen kann die Schleimhaut vom Magen und Darm reizen. Arbeiten Leber und Nieren nicht richtig, besteht eine erhöhte Gefahr, dass sich das Spurenelement anreichert.
  • Gicht: Personen die von Gicht betroffen sind und den Arzneimittel-Wirkstoff Allopurinol einnehmen, sollen während der Behandlung kein Eisen ergänzen. Allopurinol kann die Speicherung von Eisen in der Leber steigern.

Während Menschen mit den Krankheiten Thalassämie (Mittelmeeranämie) und Eisenspeicherkrankheit (Hämachromatose) nur auf stark eisenhaltige Nahrung verzichten brauchen, sollten sie jedoch kein Eisen in Form von Präparaten ergänzen. Bei der Hämochromatose nimmt der Dünndarm krankheitsbedingt zu viel Eisen auf. In Folge würde sich Eisen im Körper anreichern.

Medikamente, deren Wirkung durch Eisen gehemmt werden

Wer von einem Eisenmangel betroffen ist und Eisen ergänzt, sollte beachten, dass die Wirksamkeit bestimmter Medikamente durch die Einnahme von Eisen herabgesetzt werden kann. Dies trifft aber nur zu, wenn Eisen zusammen mit dem Medikament eingenommen wird. Bei den folgenden Medikamenten ist es daher empfehlenswert einen Einnahmeabstand von zwei bis drei Stunden einzuhalten, um die Wirksamkeit nicht zu beeinträchtigen:

  • Antibiotika wie zum Beispiel Ciprofloxazin, Norfloxazin, Rifampicin, Penicillin und Tetracycline.
  • Blutdrucksenkende Arzneimittel wie ACE-Hemmer, die Wirkstoffe wie zum Beispiel Captopril enthalten
  • Osteoporose-Arzneimittel aus der Gruppe der Bisphosphonate wie Alendronat
  • Parkinson-Arzneimittel mit Wirkstoffen wie L-Dopa und Carbidopa
  • das Schilddrüsen-Arzneimittel Thyroxin
  • das Rheuma-Arzneimittel Penicillamin

Zusammenfassung

Eisen ist ein überlebenswichtiges Spurenelement, das der Körper für die Blutbildung, den Transport von Sauerstoff, die Energiebildung, die Bildung von Gehirnnervenzellen und das Immunsystem braucht. Während die Versorgung mit Eisen bei Jungen und Männern in Deutschland im Schnitt ausreichend ist, sind Mädchen und Frauen oft unterversorgt mit Eisen. Bestimmte Ernährungsformen und Krankheiten können zudem einen Eisenmangel begünstigen. Prinzipiell es ist möglich, sich in allen Lebenslagen ausreichend über die Nahrung mit Eisen zu versorgen – auch bei veganer und vegetarischer Ernährung. Allerdings ist es wichtig, eisenreiche pflanzliche Lebensmittel in den Ernährungsalltag fest zu integrieren und die Aufnahme von Eisen zu unterstützen, etwa durch den Verzehr Vitamin-C-reicher Speisen.

Besteht ein Eisenmangel, kommt es oft zu Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Hautveränderungen. Ein Eisenmangel wird zumeist durch Eisenpräparate behandelt. Die Einnahme von Eisen sollte aber niemals pauschal und ohne medizinische Beratung erfolgen, da die Einnahme von zu viel Eisen negative Wirkungen auf die Gesundheit haben kann. Zudem gibt es einige Personengruppen, die vorsichtig bei der Einnahme von Eisenpräparaten sein sollten, da Eisen die Wirkung mancher Medikamente beeinflusst. 

Quellen und Literatur:

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen und Antworten zu Eisen in Lebensmitteln. 2008. Online Portal: https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_eisen_in_lebensmitteln-28383.html, Zugriff am 25.02.2020.

Gröber, U.: Mikronährstoffe. Metabolic Tuning – Prävention – Therapie. 3. Aufl. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2011.

Heseker, B. & Heseker, H.: Nährstoffe in Lebensmitteln. 3. Auf. Umschau Zeitschriftenverlag Sulzbach im Taunus 2007.

Schek A.: Ernährungslehre kompakt. 4 Aufl. Umschau Zeitschriftenverlag, Sulzbach im Taunus 2011.

Zimmermann, M. et al.: Burgerstein, Handbuch Nährstoffe. 12. Aufl. TRIAS Verlag Stuttgart 2012.

Wichtige Hinweise

Dieser Artikel kann niemals den ärztlichen, oder den von anderen medizinischen Fachleuten (zum Beispiel Psychotherapeuten, Ernährungstherapeuten und Heilpraktiker) Rat, eine Untersuchung, Diagnose und Therapie ersetzen. Bitte nehmen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden stets professionelle Unterstützung im Anspruch. 

Das vorliegende Werk wurde mit Sorgfalt erarbeitet. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewährleistung. Weder die Autorin noch andere Beteiligte können für mögliche Schäden oder Nachteile für die in diesem Werk vorgestellten Informationen hervorgehen haften.

Rosenwurz (Rhodiola rosea) für starke Nerven, Kraft und Ausdauer

Die Rosenwurz ist eine widerstandsfähige Pflanze für starke Nerven, Kraft und Ausdauer. Welche Wirkungen die Rosenwurz außerdem hat, und in welchen Lebensphasen die Heilpflanze besonders geeignet ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Rosenwurz: stressresistente Pflanze gegen Stress

Rosenwurz (Rhodiola rosea)

Raue, eisige Winde fegen über die zerklüftete, karge Landschaft. Dann kommt der Winter und der Schnee breitet sich wie ein Mantel aus. Unter dem Mantel ruht geduldig die Rosenwurz.

Anpassungsfähig und stressresistent

Wenn im Frühjahr die Schneeschmelze beginnt, dann erwacht die Rosenwurz überall dort wo sie zu Hause ist aus ihrem Winterschlaf: In Skandinavien, in Grönland und in Sibirien zum Beispiel. Ihre dicken Stängel und ihre fleischigen Blätter verhelfen ihr zu Stabilität, denn schließlich ist es nicht leicht sich in einer derart stressreichen Umgebung zu behaupten. Vielleicht liegt das Geheimnis der hohen Widerstandsfähigkeit der Rosenwurz aber auch in ihr selbst, genauer in ihren Inhaltsstoffen, die ihr dazu verhilft Zeiten eisiger Kälte, extremer Wärme und bei Sturm, Hagel und Gewitter stabil und stark zu bleiben.

Unterstützer für mehr Ausdauer

Stellen Sie sich vor, es ist das Jahr 1.000 vor Christus. Sie leben in Norwegen und die Jahreszeiten, das Wetter und der lange, dunkle Winter machen Ihnen schwer zu schaffen. Dass Sie die Blätter der Rosenwurz essen können, wissen Sie bereits und auch die Wurzel, die einen herrlichen rosenartigen Duft verbreitet, ist offensichtlich ungiftig. Sie probieren ein wenig davon und bemerken wenige Tage später, dass Sie sich aufmerksamer, kräftiger, fitter und wacher fühlen.

So oder so ähnlich könnte es gewesen sein, als die ersten Menschen Erfahrungen mit der Wurzelheilkraft der Rosenwurz machten. Sicher ist: das Wissen wurde innerhalb verschiedener Völker und von Generation zu Generation weitergegeben – bis in die heutige Zeit.

Sekundäre Pflanzenstoffe gegen Stress

Die Rosenwurz-Wurzel enthält ein spezielles Inhaltsstoffgemisch, dass die Bildung.des Stresshormons Cortison reduziert und die Zellatmung fördert. Einer der wichtigsten Inhaltsstoffe der Rosenwurz-Wurzel ist die Substanz namens Salidrosid. Die Rosenwurz-Wurzel speichert neben dem Salidrosid außerdem verschiedenste sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe zu denen beispielsweise Rosavin und Rosin gehören. Alle Inhaltsstoffe der Rosenwurz wirken gemeinschaftlich und entfalten so deren antioxidativen und leistungssteigernden Eigenschaften.

Die Rosenwurz-Wurzel in der Medizin

Anwendungsgebiete mit begründeter und plausibler Wirksamkeit

Die Rosenwurz-Wurzel ist eine Heilpflanze für besondere Situationen, beispielsweise wenn:

  • Sie wegen einer Krankheit oder durch viel Stress unter Müdigkeit und Erschöpfung

Anwendungsbereiche aufgrund der Studienlage

Die Wurzeln der Rosenwurz-Wurzel werden schon lange in der Naturheilkunde eingesetzt und werden weiter erforscht. Aufgrund von Erfahrungen und Studien könnten die Extrakte aus den Wurzeln helfen, wenn:

  • Sie stressbedingt schlecht abnehmen. Die Rosenwurz-Wurzel kann den Cortison-Spiegel senken, sodass etwa Symptome wie Heißhunger nachlassen. Untersuchungen zur Wirksamkeit der Rosenwurz-Wurzel zur Unterstützung beim Abnehmen basieren bislang auf Tierversuchen.
  • Sie Ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit steigern wollen. Studien am Menschen zeigen, dass die Extrakte aus der Rosenwurz zur geistigen und körperlichen Leistungssteigerung Sowohl die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis werden Studien zufolge durch die Rosenwurz-Wurzel verbessert. Auch bei Ausdauer-Sportlern kann der Extrakt positiv auswirken, weil die Erschöpfung erst später einsetzt.

Sie von einer depressiven Verstimmung oder einer leichten Depressionen betroffen sind: Mehrere Studien an Menschen zeigen eine stimmungsaufhellende, anregende und müdigkeitsvertreibende Wirkungen. Bei einer Depression sollten die Extrakte aus der Rosenwurz-Wurzel nur nach Absprache mit einem Arzt erfolgen.

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Die Einzelportion, Tagesmenge und der richtige Einsatz der Rosenwurz-Wurzel

 

Rosenwurz-Wurzel

Einzelportion (Trockenextrakt)

144-200 Milligramm

Tagesmenge (Trockenextrakt)

144-400 Milligramm

Tagesmenge Wurzel

keine Angabe

Einsatz auch als

Tee, Tinktur

Die Extrakte aus der Rosenwurz-Wurzel sind in der Europäischen Union als traditionelles Arzneimittel zugelassen. Um eine ausreichend hohe und gleichmäßige Dosierung zu gewährleisten, ist es empfehlenswert Extrakte aus der Rosenwurz-Wurzel in Form von Fertigarzneimitteln einzunehmen. Die Wurzel kann zudem als Hausmittel, zum Beispiel als Tinktur zubereitet werden und als Nahrungsergänzungsmittel erworben werden. Die Qualität ist jedoch geringer als die von Fertigarzneimitteln.

Basisrezept mit Rosenwurz-Wurzel

Rosenwurz-Wurzel-Tinktur

Bereiten Sie eine Braunglasflasche (Fassungsvermögen 100 Milliliter) vor, indem Sie Namen und Herstellungsdatum der Tinktur auf ein Etikett schreiben. Füllen Sie zehn Gramm grob geschnittene Rosenwurz-Wurzel in die Braunglasflasche und füllen Sie diese mit hochprozentigem Alkohol (50 Prozent oder mehr) auf. Verschließen Sie die Flasche und lagern Sie diese an einem warmen Ort. Schütteln Sie die Tinktur täglich. Nach vier Wochen kann die Wurzel abgefiltert werden.

Nehmen Sie bis zu dreimal täglich einen Teelöffel der Tinktur 15 Minuten vor einer Mahlzeit ein.

Die Rosenwurz als Lebensmittel

In Ländern in denen die Rosenwurz zu Hause ist, werden die jungen Triebe, Blätter und Stängel als Lebensmittel verzehrt. Blätter und Triebe können gekocht und als Gemüse genossen werden, der Stängel wird in manchen Kulturen auch roh verzehrt. 

Die unerwünschten Wirkungen der Rosenwurz

Personen mit psychischen Krankheiten, Erkrankungen der Leber und der Nieren, sollten die Anwendung vorab mit ihrem Arzt absprechen. Der Rosenwurz sollte nicht in der Schwangerschaft, Stillzeit und vor dem vollendeten 18. Lebensjahr angewendet werden.

Literatur und Quellen

Cifani C. et al. Effect of salidroside, active principle of Rhodiola rosea extract, on binge eating. Physiol Behav 2010:101:555-62. https://www.pubmed.de/gateway/nlm-pubmed/, Zugriff am 08.01.2019

Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC): Community herbal monograph on Rhodiola rosea L., rhizoma et radix. https://www.ema.europa.eu/documents/herbal-monograph/final-community-herbal-monograph-rhodiola-rosea_en.pdf, Zugriff am 27.01.2019

Darbinyan V et al. Clinical trial of Rhodiola rosea L. extract SHR-5 in the treatment of mild to moderate depression. Nord J Psychiatry 2007:61:343-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17990195, Zugriff am 27.01.2019

De Bock K et al. Acute Rhodiola rosea intake can improve endurance exercise performance. Int J Sport Nutr Exerc Metab 2004:14:298-307. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15256690, Zugriff am 27.01.2019

Hung SK et al. The effectiveness and efficacy of Rhodiola rosea L.: a systematic review of randomized clinical trials. Phytomedicine 2011:18:235-44. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21036578, Zugriff am 27.01.2019

Mao JJ et al. Rhodiola rosea versus sertraline for major depressive disorder: A randomized placebo-controlled trial. Phytomedicine 2015:22:394-9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25837277, Zugriff am 27.01.2019

Olsson EM et al. A randomised, double-blind, placebo-controlled, parallel-group study of the standardised extract shr-5 of the roots of Rhodiola rosea in the treatment of subjects with stress-related fatigue. Planta Med 2009:75:105-12. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19016404, Zugriff am 27.01.2019.

Wichtige Hinweise

Dieser Artikel kann niemals den ärztlichen, oder den von anderen medizinischen Fachleuten (zum Beispiel Psychotherapeuten, Ernährungstherapeuten und Heilpraktiker) Rat, eine Untersuchung, Diagnose und Therapie ersetzen. Bitte nehmen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden stets professionelle Unterstützung im Anspruch. 

Das vorliegende Werk wurde mit Sorgfalt erarbeitet. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewährleistung. Weder die Autorin noch andere Beteiligte können für mögliche Schäden oder Nachteile für die in diesem Werk vorgestellten Informationen hervorgehen haften.

 

Vitamin D: Warum das Sonnenvitamin für starke Knochen unverzichtbar ist

Vitamin D ist eine hormonähnliche Substanz und für die Knochengesundheit unverzichtbar. Ein Mangel lässt die Knochen über die Jahre spröde und brüchig werden – auch wenn genügend Calcium gegessen wird. In diesem Artikel erfahren Sie, was genau hinter dem Sonnenvitamin steckt, warum es eine Schlüsselrolle in der Vorbeugung der Knochenkrankheit Osteoporose spielt und wie Sie sich vor einem Mangel schützen können.  

Vitamin D wird mit Sonnenlicht gebildet und kann mit der Nahrung aufgenommen werden

Vitamin D: fettlösliches Vitamin und Hormonvorstufe 

Vitamin D kann über die Nahrung aufgenommen und mit dem Sonnenlicht gebildet werden. Es nimmt daher eine Doppelrolle ein. Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin: Damit es vom Körper aufgenommen und verwertet werden kann, ist der gleichzeitige Verzehr von Fett aus der Nahrung nötig. Zusätzlich kann der Körper Vitamin D mit Hilfe von Sonnenlicht selbst bilden, was das Vitamin – streng genommen – zu einer Hormonvorstufe macht.

Verschiedene Vitamin D-Sorten

Vitamin D ist ein Oberbegriff für verschiedene Verbindungen, die als Calciferole zusammengefasst werden. Für den Menschen sind vor allem zwei Verbindungen interessant, das Vitamin D2 (Ergocalciferol) und Vitamin D3 (Cholecalciferol). 

Vitamin D2 kommt überwiegend in Pflanzen vor und wird im Körper zu aktiven Vitamin D. Es ist jedoch weniger wirksam als Vitamin D3, das in tierischen Lebensmitteln vorkommt und vom Körper selbst gebildet wird: Bei einem Vitamin D-Mangel wird daher in der Regel die Einnahme von Vitamin D3 empfohlen.

Vitamin D kann vom Körper gespeichert werden, vor allem im Fettgewebe und in der Muskulatur. Es ist aber auch in der Leber zu finden. Gelangt es in den Körper oder wird mit Hilfe von Sonnenlicht gebildet, wird es in mehreren Schritten in der Leber und den Nieren in die aktive Vitamin D3-Form (Calcitriol) umgewandelt und gespeichert. Calcitriol hat eine Halbwertszeit von rund 19 Tagen. So können größere Schwankungen bei der Vitamin D-Bildung überbrückt und ausgeglichen werden. 

Wie viel Vitamin D pro Tag ist nötig?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schätzt, dass der tägliche Bedarf an Vitamin D ab dem ersten Lebensjahr bis im Seniorenalter 20 Mikrogramm beträgt. Da Säuglinge zur Vorbeugung von Rachitis bereits in der ersten Lebenswoche eine Vitamin-D-Tablette bekommen, wird der Vitamin-D-Bedarf über die Nahrung (Muttermilch oder Flaschenmilch) auf täglich 10 Mikrogramm geschätzt. Diese Werte beziehen sich auf den Vitamin-D-Bedarf, wenn kein Vitamin D in der Haut gebildet wird.

Der Bedarf an Vitamin D wird oft in Internationalen Einheiten (IE) angegeben. Eine Internationale Einheit Vitamin D beträgt 0,025 Mikrogramm. Teilt man 20 durch 0,025 ergibt dies einen Wert von 800. 20 Mikrogramm Vitamin D entsprechen also 800 IE. 

Es gibt jedoch auch Experten, die der Meinung sind, dass die Empfehlung der DGE zu niedrig ist, beziehungsweise, dass in Deutschland nur bis zu 20 Prozent vom Vitamin-D-Bedarf über Lebensmittel gedeckt werden kann. 

Champignons enthalten wie alle Pilze Vitamin D

Lebensmittel, die Vitamin D enthalten

Nur wenige Nahrungsmittel sind reich an Vitamin D. Zu den besten Lebensmittelquellen gehören fettreiche Fischsorten. Sie sind zudem reich an Omega-3-Fettsäuren, weswegen Fisch für eine entzündungshemmende Ernährung ebenfalls geeignet ist. In kleinen Mengen kommt Vitamin D zudem in Pilzen, Avocado und in Eiern vor. Zu den besten Vitamin D-Lieferanten gehören zum Beispiel:

Lebensmittel

Vitamin D-Gehalt in Mikrogramm pro 100 Gramm

Lebensmittelmenge in Gramm, mit 20 Mikrogramm Vitamin D (Tagesbedarf)

Lebertran

300

6,6

Hering

27

74

Sardelle

20

100

Sprotten

20

100

Lachs

16,3

123

Aal

13

154

Thunfisch

4,5

445

Hühnerei

2,9

690

(entspricht 10-12 Eiern)

Champignon

1,9

1.053

Vitamin D-Versorgung durch Sonnenlicht

Im Sommer um die Zeit der Sommersonnenwende und wolkenlosem Himmel ist die Sonnenstrahlung am höchsten. An einem sonnigen Sommertag können so bis zu 20.000 Internationale Einheiten Vitamin D (50 Mikrogramm) in der Haut gebildet werden. Verringert wird die Bildung jedoch durch Wolken, Kleidung, Schatten, Fenster und Sonnencreme. 

Während der Wintermonate nimmt die Strahlung um ein Vielfaches ab. Dies ist der Grund weshalb selbst bei langen sonnigen Spaziergängen im Winter nur ein Bruchteil vom Vitamin D gebildet wird und zumeist für eine gesunde Versorgung nicht ausreicht. Das Weglassen von Sonnencreme und anderen Schutzmaßnahmen im Sommer und im Winter etwa beim Skifahren ist aber auch nicht die Lösung: Ohne einen ausreichenden Sonnenschutz steigt die Gefahr für einen Sonnenbrand und damit die Gefahr für die Entstehung von Hautkrebs.

Vitamin D-Versorgung: sind Solarien die Lösung? 

Vitamin D wird durch UV-B-Strahlen gebildet. Die übrigen Sonnenstrahlen (UV-A und UV-C) regen nicht zur Bildung von Vitamin D an. Da die meisten Solarien hauptsächlich mit UV-A-Strahlen „bestrahlen“, trägt die künstliche UV-Strahlung nicht zur Vitamin D Bildung bei, können aber das Risiko für die Hautkrebsentstehung fördern.

Die UV-B-Strahlen der Sonne regen die Vitamin D-Bildung an

Vitamin D Status ermitteln Normalwerte

Um die Versorgung mit Vitamin D zu ermitteln, ist eine Blutuntersuchung notwendig, die in Arztpraxen durchgeführt werden kann. Zumeist müssen die Patienten die Kosten selber zahlen: Für eine Analyse der Vitamin D Versorgung betragen die Kosten etwa 20 Euro.

Bestimmt wird in der Regel der 25-Hydroxy-Vitamin D-Wert in der Blutflüssigkeit (Serum). Dieser Wert kann in zwei Einheiten angegeben werden.

 

Vitamin D in Nanogramm pro Milliliter im Serum

Vitamin D in Nanogramm pro Liter im Serum

Schwerer Mangel

< 12

< 30

Mangel

12 bis 20

30 bis 50

Grenzwertig

20 bis 30

50 bis 75

Normal bis optimal

30 bis 50

75 bis 125

Oberer Normalwert

50 bis 70

125 bis 175

Wer ist von einem Vitamin D-Mangel betroffen?

In Deutschland sind zwischen 40 bis 45 Prozent der gesamten Bevölkerung von einer Vitamin D-Unterversorgung betroffen. Davon haben zwischen 15 bis 30 Prozent der Menschen einen Mangel. Ausreichend versorgt mit Vitamin D sind hingegen nur rund vier von zehn Menschen. Hinzu kommt, dass die Fähigkeit des Körpers im Laufe des Lebens nachlässt das Sonnenvitamin über die Haut zu bilden. Daher sind Senioren besonders gefährdet für einen Mangel an Vitamin D und anderen Nährstoffen. 

Weitere Risikogruppen sind Menschen mit einer dunklen Hautfarbe (Melanin blockiert die Aufnahme von UV-B-Strahlen), Kleinkinder, Schwangere und Stillende. Auch Übergewichtige und Untergewichtige haben ein erhöhtes Risiko, da Vitamin D vor allem im Fettgewebe gespeichert wird. Ist bei Übergewicht viel Fettgewebe vorhanden, ist viel Vitamin D im Gewebe eingelagert: Es steht jedoch nicht dem Körper für die verschiedenen Funktionen zur Verfügung. Bei Untergewicht fehlt Fettgewebe, um das Vitamin zu speichern. 

Eine weitere Risikogruppe sind Menschen, die den Körper verhüllen und all diejenigen, die sich viel in geschlossenen Räumen aufhalten.

Vitamin D: Nahrungsergänzungsmittel oder nicht?

Wer von einem Vitamin-D-Mangel betroffen ist, sollte diesen beheben. Die Dosierung legt dann üblicherweise eine Ärztin oder ein Arzt fest. 

Schnelle Erhöhung vom Vitamin-D-Spiegel: Als Faustregel gilt zehn Tage lang 10.000 IE Vitamin D3 pro Tag einzunehmen, um den Blutspiegel um insgesamt zehn Nanogramm pro Milliliter anzuheben. 

Langsame Erhöhung vom Vitamin-D-Spiegel: Die Einnahme von 1.000 IE Vitamin D3 pro Tag führt zu einem langsamen Anstieg des Vitamin-D-Status im Blut.

Im Sommer ist es möglich den täglichen Bedarf an Vitamin D über Lebensmittel und die Sonne zu decken. Dagegen wird es im Frühjahr und im Herbst bereits schwieriger. In den Wintermonaten ist es hingegen kaum noch möglich, den täglichen Vitamin-D-Bedarf zu decken. Viele Experten raten daher dazu, im Winter ein Präparat mit Vitamin D3 (1.000 I.E. pro Tag) zu ergänzen. Die Einnahme sollte aber mit einer Ärztin oder einem Arzt abgesprochen sein. 

Es gibt auch pflanzliches Vitamin D3, das für Veganer und Vegetarier geeignet ist. Gewonnen wird es aus Schafwolle gewonnen oder aus Flechten. 

Gefahr für Osteoporose durch Vitamin D-Mangel

Für die Stabilität der Knochen ist Vitamin D unentbehrlich. Es steigert die Aufnahme von Calcium im Darm und trägt dadurch zum Erhalt gesunder, starker Knochen bei. Gleichzeitig senkt Vitamin D die Ausscheidung von Calcium über die Nieren. Zudem hat Vitamin D einen Einfluss auf die Knochenzellen: Es fördert die Aktivität, Bildung und Reifung dieser Zellen. 

Fehlt es steigt die Gefahr der Osteoporose, da die Versorgung des Knochen mit Calcium gestört wird.

Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, ist eine Störung des Knochenstoffwechsels. Bei der Osteoporose nimmt die Knochenmasse schneller ab, als sie wieder aufgebaut werden kann. Als Folge werden die Knochen porös, sodass sie leichter brechen. Zwar ist ein Abbau der Knochenmasse im Alter ein natürlicher Prozess. Bei Osteoporose tritt der Knochenschwund jedoch zu stark auf. Die Krankheit kann verschiedene Ursachen haben, die von erblicher Veranlagung, über calciumarme Ernährung und Vitamin D-Mangel bis hin zu Nebenwirkungen bestimmter Medikamente oder als Folge von Erkrankungen auftritt. Während die Osteoporose zu Beginn oft keine Beschwerden macht, treten im Verlauf zunehmende Symptome wie Rückenschmerzen, Skelettverformungen und spontane Knochenbrüche auf.

Osteoporose verursacht auf Dauer Schmerzen und einen unsicheren Gang

Vitamin D, Calcium und anderen Mikronährstoffe: Vorbeugen ist besser als heilen 

Um der Entstehung von Osteoporose vorzubeugen empfiehlt der Dachverband Osteologie eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D und Calcium. Die tägliche Aufnahme sollte 800 IE proTag Vitamin D und 1.000 Milligramm Calcium betragen. Zudem gibt es weitere Mikronährstoffe, die einen positiven Einfluss auf den Knochenstoffwechsel haben, zum Beispiel Folsäure, Vitamin B12, Vitamin K, Kalium und Magnesium. Der Verzehr von zu viel Eiweiß, ein hoher Phosphatgehalt in der Nahrung (wie Cola, Energiedrinks, Wurst, Schmerzkäse) und Alkohol sind Beispiele für Nährstoffe, die den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen können.

Was bringt eine hohe Vitamin D-Zufuhr bei bestehender Osteoporose?

Für die Senkung eines Knochenbruchrisikos kann die Kombination aus Vitamin D und Calcium helfen: Der Verzehr von fettem Fisch zusammen mit calciumreichen Lebensmitteln wie Käse, Milch, Brokkoli, Grünkohl und calciumreichen Mineralwasser ist empfehlenswert. Kann der Bedarf nicht über die Nahrung gedeckt werden, ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu empfehlen. Die Einnahme von Vitamin D alleine, scheint bei einer bestehenden Osteoporose keinen Einfluss auf das Risiko für Knochenbrüche zu haben.

Vitamin D wird nicht nur zur Vorbeugung von Osteoporose eingesetzt. Es hat ein breites Wirkspektrum und ist wichtig für das Immunsystem, die Muskeln, die Zellteilung und das Herz-Kreislaufsystem. Zudem ist Vitamin D an der Bildung bestimmter Botenstoffe (Hormone) beteiligt. Daher könnte Vitamin D bei vielen Beschwerden und Krankheiten helfen: Erkältungen, Blasenentzündungen, Depressionen, Multiple Sklerose, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Asthma sind Beispiele für Erkrankungen bei denen die Wirkung von Vitamin D getestet wird.

Zusammenfassung

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und eine hormonähnliche Substanz. Es kann mit der Nahrung zugeführt werden oder mit Hilfe von Sonnenlicht (UV-B-Strahlen) gebildet werden. Der menschliche Körper braucht Vitamin D unter anderem, um die Aufnahme von Calcium im Darm zu erhöhen und so den Knochen das Calcium zur Verfügung zu stellen. Fehlt es, steht Knochen weniger Calcium zur Verfügung: die Gefahr für die Entstehung von Osteoporose steigt. Daher nimmt Vitamin D einen wichtigen Stellenwert bei der Vorbeugung von Osteoporose ein. Allerdings sind nur rund 40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ausreichend mit dem Sonnenvitamin versorgt. Um möglichen Schäden durch die Mangelversorgung vorzubeugen, stehen neben fettreichen Fischsorten in den Wintermonaten auch Nahrungsergänzungsmittel zur Verfügung.

Quellen

Dachverband Osteologie: Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose. Leitlinie 2017. http://www.dv-osteologie.org/uploads/Leitlinie%202017/Slide-Satz_DVO_LL_2017.pdf, Zugriff am 10.02.2020.

Glogowski, S.: 13. DGE-Ernährungsbericht: Vitamin-D-Versorgung in Deutschland unzureichend. Ernährungs Umschau 2017:M485, https://www.ernaehrungs-umschau.de/print-news/13-09-2017-13-dge-ernaehrungsbericht-vitamin-d-versorgung-in-deutschland-unzureichend/, Zugriff am 10.02.2020.

Gröber, U.: Mikronährstoffe. Metabolic Tuning – Prävention – Therapie. 3. Aufl. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2011.

Heseker, B. & Heseker, H.: Nährstoffe in Lebensmitteln. 3. Aufl. Umschau Zeitschriftenverlag Sulzbach im Taunus 2007.

Bundesamt für Strahlenschutz: Bildung des körpereigenen Vitamin D. https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/wirkung/akut/vitamin-d.html, Zugriff am 10.02.2020.

Wichtige Hinweise

Dieser Artikel kann niemals den ärztlichen, oder den von anderen medizinischen Fachleuten (zum Beispiel Psychotherapeuten, Ernährungstherapeuten und Heilpraktiker) Rat, eine Untersuchung, Diagnose und Therapie ersetzen. Bitte nehmen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden stets professionelle Unterstützung im Anspruch. 

Das vorliegende Werk wurde mit Sorgfalt erarbeitet. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewährleistung. Weder die Autorin noch andere Beteiligte können für mögliche Schäden oder Nachteile für die in diesem Werk vorgestellten Informationen hervorgehen haften.

Ordnungstherapie: Ein geordnetes Leben für eine gute Gesundheit

Die Ordnungstherapie ist ein Konzept der gesunden Lebensführung. Sie zielt darauf ab Überflüssiges und Schädliches wegzulassen und Fehlendes zu ergänzen. Dementsprechend nimmt die Selbstverantwortung des Menschen für seine Gesundheit eine Schlüsselrolle bei der Ordnungstherapie ein. Welche Ursprünge und Prinzipien hinter der Ordnungstherapie stecken, und für wen sie geeignet ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Das Hören auf die innere Uhr ist wichtiger Bestandteil der Ordnungstherapie

Was ist die Ordnungstherapie?

Den Ausspruch „Ordnung ist das halbe Leben“ hat vermutlich jeder schon einmal gehört. Und in der Tat dürfte der Wahrheitsgehalt der Aussage für viele Menschen hoch sein: Sei es, dass der Haustürschlüssel seinen festen Platz im Flur hat, T-Shirts und Hemden nach einem individuellen System geordnet sind, täglich zur selben Uhrzeit zu Abend gegessen wird oder dreimal wöchentlich Laufschuhe angezogen werden und gejoggt wird. Alle Beispiele haben etwas mit Ordnung zu tun. Auch Wiederholungen und Regelmäßigkeiten spielen hierbei eine Rolle. 

Gerät die persönliche Ordnung aus dem Gleichgewicht, sorgt das oft für Unruhe. Wird etwa in einem unachtsamen Moment der Haustürschlüssel an einem anderen Ort als gewöhnlich abgelegt, dann beginnt die oft aufreibende Suche nach dem Utensil.

Dementsprechend ist die Gestaltung vom Tagesablauf ein zentraler Punkt der Ordnungstherapie. Sie zielt aber auch auf andere Bereiche wie gesunder Schlaf, Entspannung, Bewegung und das Leben mit der inneren Uhr ab.

Ordnung, aber mit Flexibilität

Geprägt wurde der Begriff der Ordnungstherapie unter anderem von Sebastian Kneipp (1821-1897) und Max Bircher-Brenner (1867-1939). Die Ordnungstherapie wie wir sie heute kennen, ist zwar vom Grundsatz her dieselbe wie die von früher: Inhalte und Methoden haben sich jedoch weiterentwickelt und orientieren sich am Wissenstand der Forschung und Medizin.

Auch in asiatischen Medizinsystem wie der Tibetischen Medizin und Ayurveda sind Bestandteile der Ordnungstherapie zu finden.

Der Fokus der Ordnungstherapie liegt auf den folgenden Bereichen:

  • Wahrnehmung des Körpers und Bewegung
  • Entspannung
  • Gesunde Lebensweise
  • Seelischer Gesundheitsschutz (Psychohygiene)
  • Ernährung

Grundsätzlich schließt die Ordnungstherapie medizinische Verfahren und die Umwelt mit ein. Auch das Klima, Licht und Luft üben einen Reiz auf den Körper und den Geist aus und müssen reguliert werden. Wenn der Körper und der Geist darin geübt sind, Reize zu regulieren, können Faktoren, die zu Krankheiten führen besser bewältigt werden. Dementsprechend spielen die innere Uhr, der Rhythmus von Tag und Nacht, die Jahreszeiten ebenso wie ein Jetlag eine Rolle für die persönliche Ordnung. Aber auch Zeit nimmt einen wichtigen Stellenwert in der Ordnungstherapie ein: Zeit zum Schlafen, Sport, Entspannen, Essen und Arbeiten. Die Ordnungstherapie betrifft damit alle Bereiche des Lebens und kann – richtig eingesetzt – zu einer Bereicherung werden.

Die Ordnungstherapie, auch Lebensordnung genannt, ist eine der fünf Säulen der Kneipp-Therapie. Weitere Säulen sind Hydrotherapie, Phytotherapie, Bewegungstherapie und Ernährungstherapie. Oft sind diese Therapien miteinander verwoben. So nehmen etwa die Hydrotherapie und die Ernährungstherapie einen wichtigen Stellenwert in der Ordnungstherapie ein. Durch die unscharfen Grenzen der Ordnungstherapie findet sie als ein Gesamtkonzept aber in medizinischen Fachkreisen wenig Akzeptanz. Anders verhält es sich mit einzelnen Aspekten der Ordnungstherapie: Sie sind Bestandteil von fast allen medizinischen Behandlungskonzepten.

Ordnungstherapie als Prävention, Therapie und zur Rehabilitation 

Die Ordnungstherapie spielt sowohl in der Prävention, Therapie und Rehabilitation eine Rolle, wie sich an folgenden Beispielen darstellen lässt.

Prävention: Isst ein Mensch beispielsweise pro Tag regelmäßig rund 450 Gramm Gemüse, trägt dies nachweislich zur Vorbeugung bestimmter ernährungsbedingter Krankheiten bei. 

Therapie: Bei der Behandlung von Erkrankungen sprechen Ärzte und andere Therapeuten Therapieempfehlungen aus. Das kann etwa die regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente betreffen, physiotherapeutische Übungen für Zuhause oder Atemübungen bei Sprechstörungen.

Rehabilitation: Nach einer schweren Erkrankung, zum Beispiel einem Schlaganfall, hilft beispielsweise die Ergotherapie Betroffenen dabei, Einschränkungen zu verbessern oder zu überwinden. Das regelmäßige fördern der körperlichen Beweglichkeit, Belastbarkeit und Geschicklichkeit gehören zum Behandlungskonzept und lassen sich auch in die Ordnungstherapie eingliedern.

Entspannung ist wichtiger Bestandteil der Ordnungstherapie

Für wen ist die Ordnungstherapie geeignet?

Die Ordnungstherapie ist für jeden Menschen geeignet, denn eine stabile Ordnung ist für jeden Menschen hilfreich. Bei chronischen Krankheiten etwa müssen die Ernährung und manchmal auch die Medikamenteneinnahme geplant werden. Bei Diabetes, Gicht und Allergien ist dies beispielsweise der Fall. Aber auch bei Erkrankungen der Verdauung und vom Stoffwechsel ist eine Regelmäßigkeit beim Essen und Trinken von Vorteil: Bei Verstopfung, Sodbrennen und Leberproblemen spielt die Planung der Ernährung ebenfalls eine Rolle.

Regelmäßige Entspannungsübungen und Sport können Verspannungen und Schmerzen lindern. Zudem gilt Entspannung und Sport seit langem als hilfreicher Unterstützer bei Depression, Angst, Schlafbeschwerden, ständiger Müdigkeit und Stress. Mit anderen Worten: Die Ordnungstherapie zielt darauf ab, die eigenen Ressourcen zu aktivieren. So können die Reize besser vom Körper reguliert werden.

Wann kann die Ordnungstherapie helfen und warum?

Bevor die Ordnungstherapie beginnt, oder Teile der Ordnungstherapie empfohlen werden, erfolgt zu Beginn üblicherweise eine ausführliche Befragung zur Lebensweise durch einen Therapeuten. Dem schließen sich drei weitere Schritte an. Hierzu ein Beispiel. 

Stellen Sie sich vor, dass Sie von starkem Übergewicht betroffen sind. Ihre Ärztin hat einen beginnenden Altersdiabetes diagnostiziert. 

  1. Information: Die Ärztin informiert über die Zusammenhänge ihrer Erkrankung und über mögliche Therapieoptionen.
  2. Änderung des Bewusstseins: Sie erkennen das Problem und sind bereit für Veränderungen, etwa in der Ernährung, der Bewegung oder Sie sind bereit für eine medikamentöse Therapie.
  3. Veränderung des Verhaltens: Um Ihre Gesundheit zu fördern, verändern Sie Ihr Verhalten und Ihre Gewohnheiten. Sie setzen die geplanten Veränderungen in die Tat um.

Die Ordnungstherapie ist zudem auf verschiedene soziale Ebenen ausgerichtet. Zumeist zielen dann die Empfehlungen von Therapeuten auf die persönliche Ebene ab. Wie im genannten Beispiel wären dies Empfehlungen zur gesunden Ernährung, Gewichtsreduktion, mehr Bewegung und regelmäßige Blutzuckerkontrollen. 

Wichtig sind in der Ordnungstherapie zudem die soziokulturelle Ebene und übergeordnete soziale Systeme. Das heißt anhand des Beispiels: Die Unterstützung durch die Familie sowie durch die Gesellschaft, Zeit für Entspannung und Angebote zur Unterstützung gegen Diabetes und Übergewicht haben einen Einfluss darauf, ob die Therapiemaßnahmen erfolgreich sein werden und die Gesundheit zurück in die Balance kehrt. 

Die Mind-Body-Medizin (MBM) und Ordnungstherapie sind einander inhaltlich ähnlich. Beide Therapie zielen darauf ab, einen Lebensstil zu entwickeln und zu erhalten, der die Gesundheit fördert. Ein Unterschied besteht in der Entstehungsgeschichte: Die Ordnungstherapie ist auf die persönliche Erfahrung von Sebastian Kneipp und Max Bircher-Benner zurückzuführen. Die MBM hat ihre Wurzeln hingegen in den Ergebnissen der Stressforschung.

Zusammenfassung

Die Ordnungstherapie zielt auf Ordnung in allen Lebensbereichen ab: Von der Wohnung, über den Arbeitsplatz bis hin zu Körper und Geist. In Europa wurde die Ordnungstherapie von Sebastian Kneipp und Max Bircher-Brenner entwickelt. In Asien existieren einzelne Komponenten der Ordnungstherapie hingegen schon länger. 

Ein Grundsatz der Ordnungstherapie lautet dranzubleiben. Denn ein guter Vorsatz allein reicht nicht aus, um ein Ziel zu erreichen. Man muss den Vorsatz in die Tat umsetzen. Dementsprechend eignet sich die Ordnungstherapie für die Prävention, Therapie und Rehabilitation von Krankheiten – vorausgesetzt, die Ordnung artet nicht in Stress aus.

Literatur und Quellen

Schmidel V. & Augustin M.: Leitfaden Naturheilkunde. 5. Aufl. Elsevier Verlag München 2008.

Wichtige Hinweise

Dieser Artikel kann niemals den ärztlichen, oder den von anderen medizinischen Fachleuten (zum Beispiel Psychotherapeuten, Ernährungstherapeuten und Heilpraktiker) Rat, eine Untersuchung, Diagnose und Therapie ersetzen. Bitte nehmen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden stets professionelle Unterstützung im Anspruch. 

Das vorliegende Werk wurde mit Sorgfalt erarbeitet. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewährleistung. Weder die Autorin noch andere Beteiligte können für mögliche Schäden oder Nachteile für die in diesem Werk vorgestellten Informationen hervorgehen haften.

Pfefferbaum (Schinus molle)

Der Pfefferbaum gilt in vielen südamerikanischen Ländern als ein medizinisches Allroundtalent. Seine Blätter, Früchte und das ätherische Pfefferbaumöl soll Krankheitskeime bekämpfen, bestimmte Blutkrebsarten eindämmen können und vieles mehr. Was an den Wirkungen vom Pfefferbaum dran ist und was der Pfefferbaum mit dem Pfeffer als Gewürz zu tun hat, das erfahren Sie in diesem Artikel.

Rosa Pfeffer: die Früchte vom Pfefferbaum ähneln denen vom Schwarzen Pfeffer

Pfeffer, der keiner ist

Der Pfefferbaum, auch bekannt als Peruanischer Pfefferbaum, hat anders als man vermuten würde nichts mit dem Pfeffer als Gewürz zu tun. Während es sich bei dem Pfefferbaum tatsächlich um einen Baum handelt, wächst der Schwarze Pfeffer (lateinisch: Piper nigrum) auf kletternden Sträuchern. Auch die Herkunftsregionen beider Pflanzen sind höhst unterschiedlich: die Heimat vom Pfefferbaum sind mittel- und südamerikanische Länder wie Peru, Bolivien und Mexico. Der Pfefferstrauch ist hingegen in Asien beheimatet und wächst beispielsweise in Indien, Malaysia und Indonesien. 

Allerdings macht die Globalisierung auch vor Pflanzen nicht halt: Daher wird der Peruanische Pfefferbaum heute auch in Marokko, Südafrika und Australien angebaut und hat sich dort eingebürgert. Auch im Süden der USA sind die elegant aussehenden Pfefferbäume zu finden. 

Pfefferbaum: ein südamerikanischer Alleskönner?

Pfefferbäume haben in Südamerika eine lange Tradition. Zerreibt man die Laubblätter zwischen den Fingern, wird ein aromatischer Duft freigesetzt. Das liegt an den ätherischen Ölen, die eine leicht desinfizierende Wirkung haben. Es ist daher wenig verwunderlich, dass die eingeborenen Südamerikaner die Blätter bereits seit langem medizinisch nutzen. Auch die Früchte kommen traditionell zu Einsatz.

Die Liste der traditionellen Anwendungsgebiete ist dementsprechend lang. Bei innerer Anwendung reicht sie von Beschwerden der Atemwege, Harnwege und Haut über Menstruationsbeschwerden bis hin zum Einsatz als Antidepressivum, Stimulans und Entwässerungsmittel. Äußerlich eingesetzt kommen Blätter, Früchte und das ätherische Öl traditionell als Antiseptikum, zur Wundheilung und zur Abwehr von Mücken und anderen Insekten zum Einsatz.

Das ätherische Pfefferbaumöl hemmt das Wachstum bestimmter Bakterien

Ein Baum, drei Wirkstoffe, viele Inhaltsstoffe

Früchte

Pfefferbaum-Früchte enthalten verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Darunter befinden sich Anthocanidine (Farbstoffe), Flavonoide und Gerbstoffe wie Gallotannine. Weiterhin speichern die Früchte verschiedene ätherische Öle, die weiter unten in diesem Kapitel vorgestellt werden.

Blätter 

Die Blätter des Pfefferbaum enthalten Flavonoide, von denen Rutin als besonders wirksam gilt. Zudem sind die Blätter reich an Quercetin, Chologensäure und Gerbstoffen. Dadurch haben sie antioxdiave Wirkungen. Weiterhin speichern die Blätter nennenswerte Mengen ätherische Öle wie Alpha- und Beta-Pinen. Ätherische Öle haben eine antiseptische Wirkung und verleihen den Blättern ihren typischen Geruch.

Ätherische Öle

Ätherisches Öl wird sowohl aus den Früchten und den Blättern des Pfefferbaums gewonnen. Wichtige Bestandteile des ätherischen Öls sind Alpha und Beta-Pinen, Alpha-Cadinol, Myrcen und Sabinen. Sie wirken keimhemmend auf Bakterien und bestimmte Pilze. Laborstudien zufolge, bewirken die ätherischen Öle aus den Blättern des Pfefferbaums eine Aktivierung des Immunsystems.

Der Pfefferbaum in der Medizin

Anwendungsbereiche aufgrund von experimentellen Studien und Erfahrung

In der Erfahrungsheilkunde werden verschiedene Pflanzenteile vom Pfefferbaum schon lange in Peru, Mexiko und Bolivien sowie in anderen mittel- und südamerikanischen Ländern eingesetzt. Labor- und Tierstudien zufolge könnte der Pfefferbaum helfen wenn: 

  • Sie von einer Depression betroffen sind. In Laborstudien konnten Inhaltsstoffe aus dem ätherischem Öl des Pfefferbaums (Shyobunon und Preisocalamendiol) nachgewiesen werden, die möglicherweise die Funktion bestimmter Andock-Proteine von Nervenzellen verbessern können. Erste Tierstudien fielen bereits positiv aus: depressive Symptome besserten sich. Gesichert sind die Wirkungen vom Pfefferbaumöl (anders als etwa beim Johanniskraut) aber nicht. 
  • Sie von einer Entzündungskrankheit betroffen sind oder Schmerzen haben. Im Tierversuch milderte der Extrakt aus Pfefferbaum-Früchten entzündete Geschwüre und Schmerzen ab.
  • Sie eine bakterielle Infektion haben. In Laborstudien hemmte das ätherische Öl aus den Früchten und Blättern des Pfefferbaums Bakterien wie Staphylococcus aureus und Escherichia coli. Auch das Bakterium Pseudomonas aeruginosa konnte das ätherische Öl eindämmen. Die Wirkung fiel aber schwächer aus als bei den Staphylococcus und Escherichia coli-Erregern.

Ob das ätherische Öl und der Extrakt aus den Früchten aus dem Pfefferbaum auch bei Menschen wirksam ist, wurde bislang nicht untersucht. Daher sollten Studien durchgeführt werden, in denen geprüft wird ob sich die Ergebnisse auch auf Menschen übertragen lassen. 

Anwendungsbereiche, die derzeit untersucht werden

Die Blüten, Blätter und das ätherische Öl vom Pfefferbaum werden derzeit in Laborstudien untersucht. Ziel ist es herauszufinden, ob die Extrakte das Potential haben, bei bestimmten Erkrankungen helfen zu können. Für eine Anwendung (auch für eine unterstützende) am Menschen ist es aber noch zu früh. Untersucht werden die Wirkungen der Pfefferbaumblätter beispielsweise bei:

  • Leukämie (HL-60 Leukämie-Zellen)
  • Brustkrebs
  • Pilzinfektionen, zum Beispiel Paracoccidioides brasiliensis: ein Pilz, der Husten, Fieber, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden auslösen kann
  • Parasiten wie die Leishmanien-Art Leishmania amazonensis und Haemonchus contortus (Roter Magenwurm): Leishmania amazonensis kommt in Gebieten des Amazon vor. Ein Befall löst bei Menschen unter anderem Geschwüre der Haut, im Mund und in der Nase aus. Der Rote Magenwurm ist ein Parasit, der Schafe und Ziegen befällt. Menschlicher Befall ist nicht bekannt.

Die Einzelportion und der richtige Einsatz von Pfefferbaumzubereitungen

 

Rosa Pfefferöl

Einzelportion

1 bis 2 Tropfen 

Einsatz als

Ätherisches Öl eingerührt in Creme, Salbe oder Lotion

In gut sortierten Gewürzhandlungen, Reformhäusern oder im Online-Handel ist der Rosa Pfeffer erhältlich. Bitte achten Sie beim Kauf auf die korrekte botanische Bezeichnung: Rosa Pfeffer wird von der Pflanze Schinus molle oder seinem Verwandten Schinus terebinthifolius geerntet und weiterverarbeitet. 100 Gramm kosten zwischen 8,00 Euro und 12,00 Euro. 

Auch ätherisches Rosa-Pfefferöl kann im deutschsprachigem Raum erworben werden. Drei Milliliter kosten etwa 10,00 Euro.

Rosa Pfeffer: Pfefferbaum-Früchte als Gewürz

Rosa Pfeffer hat einen aromatischen und würzigen Geschmack. Da er anders als der Schwarze Pfeffer kein Piperin enthält, hat er einen milden Geschmack und allenfalls eine leichte scharfe Note. Zudem sind die Früchte (Körner) weicher als die vom Schwarzen Pfeffer. Dennoch kann der Rosa Pfeffer genauso wie „herkömmlicher“ Pfeffer eingesetzt werden. Das mach ihn zu einem Kandidaten für sämtliche würzige Speisen, zum Beispiel für Aufläufe, Gemüsegerichte, Eierspeisen oder zu Fleisch und Fisch.

Rezept mit Rosa Pfeffer

Möhreneintopf mit Kichererbsen und Rosa Pfeffer 

Reich an Vitamin C und Eiweiß 

Für zwei Portion

300 Gramm geschälte Möhren

1 kleine Stange Porree (circa 150 Gramm)

1 kleines Stück frische, geschälte Ingwerknolle (circa 5 Gramm)

20 Gramm Butter, Margarine oder Kokosfett

1 gestrichenen Teelöffel Currypulver

Salz

400 Milliliter Gemüsebrühe (ohne Geschmacksverstärker)

120 Millilliter Orangensaft

1 Dose Kichererbsen (Abtropfgewicht 265 g)

1 Teelöffel gemahlener Rosa Pfeffer

Utensilien 

Kochtopf

Pürrierstab

Kochlöffel

Zubereitung

  • Die geputzten Möhren abspülen, abtropfen lassen und in kleine Stücke schneiden. Porree waschen, den Stängel am Wurzelende abschneiden und in in kleine Stücke schneiden. Nochmals waschen
  • Ingwer schälen und würfeln. 
  • Fett in einem Topf zerlassen. Ingwerwürfel, Möhren- und Porreestücke portionsweise hinzugeben und mit andünsten. Gemüse mit Curry und Salz würzen. Gemüsebrühe und Orangensaft hinzugießen, zum Kochen bringen und 10 bis 15 Minuten kochen lassen.
  • Die Kichererbsen in einem Sieb abtropfen lassen. Die Hälfte Kichererbsen unterrühren. Die Suppe pürieren und nochmals mit den Gewürzen abschmecken.
  • Restliche Kichererbsen in die Suppe geben und kurz miterwärmen.
  • Den Eintopf in zwei Portionen teilen und mit dem Rosa Pfeffer bestreut servieren.

Die Zubereitungszeit beträgt 30 Minuten.

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Die unerwünschten Wirkungen vom Pfefferbaum

Derzeit sind keine unerwünschten Wirkungen bei der Anwendung von Pflanzenteilen oder ätherischem Öl vom Pfefferbaum bekannt. Eine mögliche hautreizende Wirkung und Überempfindlichkeitsreaktioen werden diskutiert. Schwangere und stillende Frauen sollten dennoch vorsichtshalber keine Pfefferbaum-Zubereitungen zu medizinischen Zwecken einnehmen. Es fehlen Untersuchungen, die die Unbedenklichkeit belegen.

Literatur und Quellen

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Zenebe S, Feyera T & Assefa S: In Vitro Anthelmintic Activity of Crude Extracts of Aerial Parts of Cissus quadrangularis L. and Leaves of Schinus molle L. against Haemonchus contortus. Biomed Res Int 2017. https://www.hindawi.com/journals/bmri/2017/1905987/, Zugriff am 27.01.2020.

Wichtige Hinweise

Dieser Artikel kann niemals den ärztlichen, oder den von anderen medizinischen Fachleuten (zum Beispiel Psychotherapeuten, Ernährungstherapeuten und Heilpraktiker) Rat, eine Untersuchung, Diagnose und Therapie ersetzen. Bitte nehmen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden stets professionelle Unterstützung im Anspruch. 

Das vorliegende Werk wurde mit Sorgfalt erarbeitet. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewährleistung. Weder die Autorin noch andere Beteiligte können für mögliche Schäden oder Nachteile für die in diesem Werk vorgestellten Informationen hervorgehen haften.

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