Grüner Tee

Camellia sinensis

Am Fuße des Himalayas liegt eine Stadt, deren Name zum Synonym für hochwertigen Tee wurde: Darjeeling.

Schon die Anfahrt zu der nordindischen Stadt Darjeeling ist ein Erlebnis; Denn diese liegt auf über 2.000 Metern über dem Meer und bevor Sie den Ort erreichen, durchqueren Sie erst einmal unzählige Teeplantagen und genießen einen atemberaubenden Ausblick. Bei gutem Wetter wirkt der Anblick der schneebedeckten Felsen des Himalayas nahezu majestätisch. Vielleicht ist dies auch ein Grund dafür, weswegen sich während der Kolonialzeit viele Briten hier niederließen. Die Kolonialherren und -frauen sind längst verschwunden. Dennoch fühlt man sich ein bisschen in diese Zeit zurückversetzt, wenn man über den großen Marktplatz, den Chowrasta, schlendert oder in einem der zahlreichen Teehäusern eine Tasse des köstlichen Heißgetränks genießt.

Eine Einladung zum Verweilen

Teegeschäfte gibt es in Darjeeling unzählige. In vielen können Sie nicht nur lose oder abgepackte Teeblätter kaufen, oft gibt es zudem Sitzmöglichkeiten sowie eine umfangreiche Karte mit verschiedensten Teesorten, die man vor Ort probieren kann. 

 Teegenuss im ersten Öko-Staat der Welt

Ein bisschen weiter nördlich befindet sich der bislang einzige Öko-Bundesstaat der Welt: Sikkim. Dort liegt die vergleichsweise kleine, aber sehenswerte TemiTea-Plantage. Hier können Sie – wie bei vielen Produktionsstellen in der Region – eine Besichtigung unternehmen, sich die Herstellung von Grünem und Schwarzem Tee erklären lassen und anschließend verschiedene Sorten probieren.

Unabhängig davon, welcher Tee Ihnen am besten schmeckt, entstammen beide Sorten derselben Pflanze mit dem botanischen Namen Camellia sinensis. Der Unterschied zwischen den Sorten besteht darin, dass Grüne Teeblätter nicht fermentiert (vergärt) sind. Gemeinhin gilt Grüner Tee als gesünder als sein schwarzer Verwandter.  

 

Wanderpfad durch einen Rhododendronwald im Himalaya

Grüne Teeblätter stecken voller sekundärer Pflanzenstoffe

Eine Besonderheit der Grünen Teeblätter liegt in der spezifischen Zusammensetzung ihrer Inhaltsstoffe. Sie enthalten zum Beispiel:

  • Alkaloide, wie anregendes Koffein
  • Sekundäre Pflanzenstoffe, wie das antioxidative Epigallocatechingallat (EGCG) und andere Gerbstoffe
  • Spurenelemente, wie Flourid

Die Menge des Inhaltsstoffgemischs ist stark von dem Klima und den vorherrschenden Bodeneigenschaften abhängig.

Grüner Tee in der Medizin

Anwendungsgebiete mit begründeter und plausibler Wirksamkeit

Zu medizinischen Zwecken werden die Auszüge aus Grünen Teeblättern bei zwei Anwendungsgebieten einsetzt:

  • Sie vertreiben Müdigkeit
  • Sie wirken Kraftlosigkeit entgegen
Anwendungsbereiche aufgrund erster Studienlage

Zu den Effekten von Grünem Tee existieren viele Studien, bei denen der Extrakt vielversprechende Ergebnisse erzielte. Ob sich diese Resultate auf die Allgemeinheit übertragen lassen, muss jedoch noch gezeigt werden. So scheint eine positive Wirkung von Grünem Tee zum Beispiel zu bestehen, wenn Sie:

  • Demenzerkrankungen vorbeugen wollen (innere Anwendung)
  • Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen vorbeugen möchten (innere Anwendung)
  • Ihre festen Knochen bis ins hohe Alter erhalten wollen (innere Anwendung)
  • übergewichtig sind und abnehmen möchten (innere Anwendung)
  • Durchfall haben, ohne dass eine Infektion Ursache für Ihre Beschwerden ist (innere Anwendung)
  • aufgrund einer Erkrankung wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder durch eine Verletzung an einer juckenden, entzündeten Haut leiden (äußere Anwendung)
  • einen leichten Sonnenbrand haben (äußere Anwendung)

Die Einzelportion, Tagesmenge und der richtige Einsatz getrockneter Grüner Teeblätter

 

Grüne Teeblätter

Einzelportion

2 Gramm

Tagesmenge

6-11 Gramm

Einsatz als

Tee, Umschlag

Grüne Teeblätter können Sie in jedem Supermarkt kaufen.

Basisrezepte mit Grünen Teeblättern

Grüner Tee für jeden Tag

Übergießen Sie für eine Portion einen Teelöffel getrocknete Grüne Teeblätter (zwei Gramm) mit rund 150 Millilitern kochend heißem Wasser. Sie können lose Blätter, einen Teefilter oder ein Teeei verwenden. Den Tee zudecken und drei bis fünf Minuten ziehen lassen, dann die Blätter absieben.

Genießen Sie täglich zwischen drei bis fünf Tassen Grünen Tee.

Grüner Tee bei Durchfall

Bereiten Sie den Grünen Tee wie im Rezept „Grüner Tee für jeden Tag“ zu. Lassen Sie die Blätter acht bis zehn Minuten ziehen, bevor Sie sie abseihen und das zubereitete Getränkt zu sich nehmen.

Grüner Tee juckender, wunder Haut

Bereiten Sie den Grünen Tee ebenfalls wie im Rezept „Grüner Tee für jeden Tag“ zu. Lassen Sie die Blätter zehn Minuten ziehen, dann filtern Sie diese ab. Geben Sie dem Extrakt ein wenig Zeit zum Abkühlen, bis er lauwarm oder kalt ist. Danach tränken Sie ein kleines Handtuch, einen Waschlappen oder ein Stück Mull in der Flüssigkeit. Anschließend auswringen, auf die betroffene Stelle legen und zum Beispiel mit einem trockenen Handtuch, einem Schlauchverband oder einer Mullbinde befestigen. Wechseln Sie den Verband mehrmals täglich.

Der Grüne Tee als Lebensmittel

Grüner Tee ist ein Lebensmittel und als solches in der Europäischen Union zugelassen. Erhältlich ist dieser als lose Ware, abgepackt in Teebeuteln und als Nahrungsergänzungsmittel.

Eine Besonderheit: Grüner Tee ist besonders reich an Fluorid. Der Genuss von einem Liter Grüntee deckt bis zu 50 Prozent des Tagesbedarfs an dem Spurenelement. Flourid ist wichtig für den Zahnschmelz, weil es dabei hilft, Mineralien in die Zähne einzubauen und die Zähne so härter macht.

 

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Die richtige Menge und der richtige Einsatz

Grüne Teeblätter werden in Europa in getrockneter Form hauptsächlich für die Herstellung von Tees verwendet und der tägliche Genuss von bis zu fünf Tassen Grüntee gilt als gesund. 

Nichts desto trotz gibt es auch Negativschlagzeilen zum Grünen Tee. Diese beziehen sich weniger auf das Getränk an sich, sondern vielmehr auf die Herstellungsverfahren, mögliche Schadstoffbelastungen und Verunreinigungen. Welche Sorten gut abschneiden und in vollen Zügen genossen werden können, erfahren Sie zum Beispiel auf den Seiten der Stiftung Warentest.

Abzuraten ist nach derzeitigem Kenntnisstand hingegen von Nahrungsergänzungsmitteln mit Grünem Tee oder dessen Extrakt. Das Problem: Diese speziellen Erzeugnisse sind nach dem Lebensmittelrecht zugelassen. Dadurch gibt es deutlich weniger Kontrollen hinsichtlich der Qualität. Auch Studien zur Wirksamkeit müssen nicht durchgeführt werden. Zudem häufen sich in der letzten Zeit Fälle, in denen Nahrungsergänzungsmittel, die als Grünteeextrakt deklariert waren, mit gesundheitsgefährdenden Substanzen gemischt wurden. Darüber hinaus ist von einer Einnahme hochdosierter Grünteeextrakte aus einem anderen Grund abzuraten: Denn in sehr großen Mengen könnten sich die positiven Effekt des Getränks ins Gegenteil umkehren.

Grüner Eistee

Zutaten für 4 Portionen

✦ 4 Teelöffel Grüner Tee ✦ 5 Limetten ✦ 4 frische Pfefferminzblätter ✦ 1 Liter Wasser

  • Überbrühen Sie die Grünen Teeblätter mit kochend heißem Wasser. Den Tee zudecken und drei Minuten ziehen lassen, dann die Blätter abseihen.
  • Die Limetten auspressen und den Saft dem Tee hinzufügen. In den Kühlschrank stellen.
  • Beim Servieren mit einem frischen Pfefferminzblatt dekorieren.

Schmeckt herrlich erfrischend. Im Winter können Sie den Tee auch heiß genießen.

Die unerwünschten Wirkungen des Grünen Tees als Arzneimittel

Wenn Sie von einem Magen- oder Darmgeschwür oder Herz-Kreislaufbeschwerden betroffen sind, an einer anderen Magen-, Nieren- oder der Bluterkrankheit (Hämophilie) leiden oder andere Arzneien einnehmen, halten Sie vor der Anwendung Rücksprache mit Ihrem Arzt. Gleiches gilt für Jugendliche unter 18 Jahren und in der Schwangerschaft.

Literatur und Quellen

Chohen PA. et al. Presence of banned drugs in dietary supplements following FDA recalls. JAMA 2014:312:1691-3

Ernährungs-Umschau. Grüner Tee gegen Übergewicht? Internetportal 2005. https://www.ernaehrungs-umschau.de/news/01-03-2005-gruener-tee-gegen-uebergewicht/, Zugriff am 04.12.2018

Ernährungs-Umschau. Inhaltsstoffe von Grün- und Schwarztee. Internetportal 2013. https://www.ernaehrungs-umschau.de/news/16-01-2013-inhaltsstoffe-von-gruen-und-schwarztee/, Zugriff am 04.12.2018

Ernährungs-Umschau. Studie bestätigt positive Wirkung von Antioxidantien im Tee. Internetportal 2002. https://www.ernaehrungs-umschau.de/news/13-05-2002-studie-bestaetigt-positive-wirkung-von-antioxidantien-im-tee/, Zugriff am 04.12. 2018

Ernährungs-Umschau. Tee für starke Knochen. Internetportal 2002. https://www.ernaehrungs-umschau.de/news/25-07-2002-tee-fuer-starke-knochen/, Zugriff am 04.12.2018

European Medicines Agency (EMA). Community herbal monograph on Camellia sinensis (L.) Kuntze, non fermentatum folium. Internetportal 2013. https://www.ema.europa.eu/documents/herbal-monograph/final-community-herbal-monograph-camellia-sinensis-l-kuntze-non-fermentatum-folium_en.pdf, Zugriff am 01.12.2018

Hinweise

Dieser Artikel kann niemals den ärztlichen, oder den von anderen medizinischen Fachleuten (zum Beispiel Psychotherapeuten, Ernährungtherapeuten und Heilpraktiker) Rat, eine Untersuchung, Diagnose und Therapie ersetzen. Bitte nehmen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden stets professionelle Unterstützung im Anspruch.

Der vorliegende Artikel wurde mit Sorgfalt erarbeitet. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewährleistung. Weder die Autorin noch andere Beteiligte können für mögliche Schäden oder Nachteile für die in diesem Werk vorgestellten Informationen hervorgehen haften.