Halsschmerzen entstehen oft durch Entzündungen im Halsraum. Begleitet werden die Schmerzen häufig von Schluckbeschwerden, Heiserkeit und einem Kloßgefühl im Hals. Hausmittel können die Schmerzen abmildern und die Abheilung fördern. Welche das sind, und wie die Hausmittel richtig angewendet werden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Halsschmerzen sind bei Erkältungen besonders häufig

Halsschmerzen: Beschreibung und Ursachen

Bei Halsschmerzen kommt es oft zu Schmerzen im Bereich vom Kehlkopf und Rachen. Die empfundenen Schmerzen werden oft als kratzend, brennend oder stechend beschrieben. Zudem leiden Betroffene oft an Schluckbeschwerden, Heiserkeit, dem Gefühl einen Kloß im Hals zu haben oder sie haben das Empfinden, das der Hals trocken ist. Starke Halsschmerzen können bis in die Ohren ausstrahlen und je nach Ursache von Fieber und vermehrtem Speichelfluss begleitet werden.

Meistens treten Halsschmerzen durch eine Entzündung der Schleimhäute im Rachen durch Viren und Bakterien auf: Die Schleimhäute sind dann gerötet und häufig angeschwollen. Dabei können auch die Mandeln sowie die Lympfknoten am Hals merklich geschwollen sein. Die Schwellungen zeigen an, dass das Immunsystem mit Hochdruck daran arbeitet, die Krankheitserreger zu bekämpfen.

Bei einer Erkältung kommt es fast immer zu Halsschmerzen. Auch bei eine Influenza-Grippe oder bei einer Infektion mit Corona Viren, COVID-19, kann es manchmal zu Halsschmerzen kommen. 

Zudem gibt es zahlreiche Entzündungskrankheiten bei denen Halsschmerzen auftreten wie zum Beispiel die Mandelentzündung (Tonsillitis), Kehldeckelentzündung (Epiglossitis), Diphtherie, Pfeiffersches Drüsenfieber und Schilddrüsenentzündung. 

Daneben kommen auch Entzündungen der Speiseröhre und der Atemwege für die Halsschmerzen in Frage. Menschen, die an saurem Aufstoßen leiden (Refluxkrankheit) oder reizende Stoffe einatmen sind ebenfalls oft von Halsschmerzen betroffen. Weitere Ursachen sind zum Beispiel:

  • Mundsoor (Pilzerkrankung)
  • Kinderkrankheiten wie Scharlach, Mumps, Masern und Röteln
  • Herpangina (Infekt durch Coxackie-Viren)
  • Einatmen oder Verschlucken von Fremdkörpern
  • Verätzungen oder Verbrühungen vom Rachen oder der Speiseröhre
  • Insektenbisse oder Insektenstiche
  • Tumore im Bereichen von Zunge, Rachen, Speiseröhre, Mandeln und Kehlkopf

Halsschmerzen, die durch einen Infekt verursacht wurden, lassen meistens nach wenigen Tagen nach und klingen von alleine ab. 

Halsschmerzen: Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Halsschmerzen sind bei einer Erkältung ein häufiges Symptom. Eine Ärztin oder einen Arzt sollten Sie in folgenden Situationen aufsuchen, zum Beispiel wenn: 

  • Sie von sehr plötzlichen und sehr starken Halsschmerzen betroffen sind.
  • Sie heftige Schluckbeschwerden haben.
  • Sie mehrere Tage Halsschmerzen haben oder die Schmerzen schlimmer werden.
  • Sie zusätzlich Fieber bekommen.
  • Sie zudem an Atembeschwerden leiden.
  • Sie zusätzlich von Übelkeit und Erbrechen betroffen sind.
  • Sie einen Fremdkörper verschluckt haben oder sich den Rachen oder die Speiseröhre verbrannt oder verätzt haben.
  • Ihr Hals durch einen Insektenstich oder Insektenbiss schmerzt.
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Die besten Hausmittel gegen Halsschmerzen

Hausmittel bei Halsschmerzen helfen auf verschiedene Art und Weise. Sie lindern die Entzündung, mildern den Schmerz oder sie fördern die Abheilung.

Eichenrinden-Gurgellösung

Die Rinde der Eiche enthält besonders viele Gerbstoffe. Gerbstoffe wirken oberflächenverdichtend auf die Schleimhäute: Sie gehen eine unlösliche Verbindung mit den Eiweißen auf der Schleimhaut ein, sodass sich diese zusammenzieht. Dadurch ist die gereizte Schleimhaut im Hals besser abgedichtet und kann schneller abheilen. 

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion einen Teelöffel getrocknete Eichenrinde (2 Gramm) mit 250 Millilitern kaltem Wasser in einem kleinen Topf. Erhitzen Sie die Mischung, bis sie kocht. Nehmen Sie den Topf vom Herd, decken Sie ihn mit einem Deckel zu und lassen Sie die Mischung zehn Minuten ziehen. Danach die Rinde durch ein Teesieb abseihen und die Flüssigkeit abkühlen lassen. 

Gurgeln Sie mit dem abgekühlten Auszug so lange wie möglich, bevor sie ihn ausspucken. Wiederholen Sie die Anwendung mehrmals täglich.

Vorsicht!

Kinder, die jünger als zehn Jahre sind, sollten nicht mit Eichenrinde gurgeln.

Die Rinde der Eiche steckt voller Gerbstoffe

Quark-Wickel

Der kalte Quark-Wickel soll die Wärme über die Haut abtransportieren und den Blut- und Lymphfluss aktivieren. Dadurch zählt er zu den ableitenden Therapien. 

Anwendung

Zimmerwarmer Quark wird messerrückendick auf eine Kompresse oder ein kleines Geschirrtuch verteilt. Dann wird die Quark-Kompresse auf den Hals gelegt. Dort kann der Quark-Wickel 15 Minuten einwirken. Für die Befestigung dient eine Mullbinde oder ein Handtuch. 

Vorsicht!

Menschen mit einer Kuhmilcheiweißallergie dürfen den Quarkwickel nicht anwenden (Gilt nich bei Laktoseunverträglichkeit!). Gleiches gilt bei offenen Wunden.

Kartoffel-Halswickel

Wickel mit Kartoffeln sind ein altbewährtes Hausmittel bei Halsweh. Dazu werden 300 Gramm frische, gekochte Pellkartoffeln mit Schale in ein längs gefaltetes Handtuch gegeben und zerdrückt.

Anwendung

Geben Sie die Kartoffelmasse in ein Tuch und legen Sie dieses auf den Hals. Umwickeln Sie dieses mit einem großen Handtuch, um die Wärme zu erhalten und die Masse zu fixieren. Lassen Sie den Kartoffelwickel 20 Minuten oder länger einwirken. Danach die Masse entfernen und ruhen.

Vorsicht!

Die Kartoffelmasse sollte nicht zu heiß sein.

Eibischwurzeltee

Die Wurzeln der Eibischpflanze sind reich an sogenannten Schleimstoffen. Werden sie mit Wasser übergossen, gehen sie in die Flüssigkeit über. Gelangen die Schleimstoffe in den Mund und Rachen breiten sie sich wie ein schützendes Gel aus und lindern so den Hustenreiz.

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion einen Teelöffel (2 Gramm) getrocknete Eibischwurzeln (Apothekenqualität) mit 150 Millilitern kaltem Wasser, 1/2 Stunde ziehen lassen, dann abfiltern. Sie können lose Wurzeln, einen Teefilter oder ein Tee-Ei verwenden.

Erwärmen Sie den Tee nun auf Trinktemperatur. Kochen sollte die Mischung nicht, da die Schleimstoffe sonst zerstört werden und ihre Wirkung verlieren.

Alternativ können Sie auch mit dem Eibischwurzeltee eine Minute lang bei Halsschmerzen gurgeln. Anschließend wird die Lösung ausgespuckt..

Trinken Sie täglich bis zu vier Tassen Eibischwurzeltee.

Vorsicht!

Wenn Sie die Eibischwurzel-Extrakte als Tee einnehmen, sollten andere Arzneimittel etwa 30 bis 60 Minuten früher oder später eingenommen werden. Die Schleimstoffe könnten die Aufnahme anderer Medikamente in den Körper hemmen.

Die Extrakte der Blätter vom Salbei lindern Halsschmerzen

Salbeitee

Die Blätter vom Salbei enthalten einen entzündungshemmenden Cocktail aus Inhaltsstoffen, der die Vermehrung von Viren, Bakterien und Pilzen hemmt und zusätzlich die entzündeten Schleimhäute verdichtet. Genauer handelt es sich bei den Inhaltsstoffen um ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavonoide. Dadurch gehört der Salbeitee zu den besten und wirksamsten Hausmitteln gegen Halsschmerzen.

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion zwei Teelöffel (1,5 Gramm) getrocknete Salbeiblätter (Apothekenqualität) mit 150 Millilitern kochend heißem Wasser. Sie können loses Kraut, einen Teefilter oder ein Tee-Ei verwenden. Den Tee zudecken und fünf Minuten ziehen lassen, dann die Blätter abseihen.

Trinken Sie bis zu vier Tassen Salbeitee täglich, oder gurgeln Sie mit der kalten Lösung bei Bedarf. Salbeitee sollte nicht länger als vier Wochen am Stück angewendet werden.

Vorsicht!

Bei langfristiger, innerer Anwendung der Salbeiblätter und bei Dosierungen von mehr als 15 Gramm täglich kann es zu Hitzegefühlen, rasendem Herzschlag, Schwindel und Krämpfen kommen.

Da keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit von Salbeiblättern bei Schwangerschaft und während der Stillzeit vorliegen, sollte auch eine Anwendung verzichtet werden. Zudem hemmt Salbeitee den Milchfluss bei stillenden Müttern. Schwangere und Stillende dürfen aber mit Salbeitee bei Halsweh gurgeln.

Menschen, die Barbiturate und Benzodiazepine einnehmen, sollten Rücksprache zu der Einnahme von Salbeitee mit der Ärztin oder dem Arzt halten, da Wechselwirkungen möglich sind.

Reizlindernde Nahrung

Um die gereizte Schleimhaut im Rachen zu beruhigen, kann das Schlecken von Eiscreme ebenso wie der Genuss kalter Getränke helfen. Die Entzündung lindern sie aber nicht.

Zudem tun weiche und flüssige Nahrungsmittel dem Rachen gut: Warme Milch oder ein Pflanzendrink mit Honig, Naturjoghurt mit püriertem Obst, mild gewürzte Suppen und Brote ohne Körner schützen die Schleimhäute vor Reibung und Druck. Dadurch können sie das Schlucken erleichtern.

Nicht zu empfehlen sind hingegen saure und salzige Lebensmittel. Sie reizend den schmerzenden Hals ebenso wie grobkörnige oder faserige Nahrungsmittel nur noch mehr.

Info!

Hausmittel können die Halsschmerzen lindern und die Abheilung fördern. Sie können andere therapeutische Behandlungen ergänzen oder alleinig angewendet werden – haben allerdings auch ihre Grenzen. Sollten die Halsschmerzen über einen längeren Zeitraum anhalten oder trotz Behandlung andauern oder sich sogar verschlimmern, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Quellen und Literatur

European Medicines Agency (EMA): European Union herbal monograph on Althaea officinalis L., radix. 2016. Online Portal: https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/final-european-union-herbal-monograph-althaea-officinalis-l-radix_en.pdf, Zugriff am 23.03.2020.

Jänicke CJ, Grünwald J, Brendler T: Handbuch Phytotherapie. Stuttgart 2003

Kubelka W, Länger R: Phytokodex – Pflanzliche Arzneispezialitäten in Österreich. Gabliz 2001

Schilcher, H. et al.: Leitfaden Phytotherapie. 5. Aufl. Elsevier Urban & Fischer München 2016.

Wichtige Hinweise

Dieser Artikel kann niemals den ärztlichen, oder den von anderen medizinischen Fachleuten (zum Beispiel Psychotherapeuten, Ernährungstherapeuten und Heilpraktiker) Rat, eine Untersuchung, Diagnose und Therapie ersetzen. Bitte nehmen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden stets professionelle Unterstützung im Anspruch. 

Das vorliegende Werk wurde mit Sorgfalt erarbeitet. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewährleistung. Weder die Autorin noch andere Beteiligte können für mögliche Schäden oder Nachteile für die in diesem Werk vorgestellten Informationen hervorgehen haften.