Reizhusten ist ein Husten ohne Auswurf. Ausgelöst wird er durch eine Reizung der Atemwege, die von Viren und Bakterien verursacht werden. Hausmittel können den Hustenreiz lindern und die Abheilung fördern. Welche das sind, und wie die Hausmittel richtig angewendet werden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Gesunde Menschen brauchen keine Atemschutzmaske als COVID-19 Schutz

Was ist Reizhusten?

Reizhusten entsteht durch die Reizung der unteren Atemwege und ist ein Reflex: In der Schleimhaut vom Rachen befinden sich Husten-Rezeptorstellen, die bei gesunden Menschen von einer Schleimhautschicht bedeckt sind. Ist diese Schleimschicht trocken und beeinträchtigt, werden die Husten-Rezeptorstellen angegriffen, und es kommt zu einem Hustenreiz. Dabei wird ein ruckartiges Ausstoßen von Luft von der Atemmuskulatur erzeugt, um Krankheitskeime oder andere Schadstoffe aus den Atemwegen zu befördern. Aus diesem Grund sollte ein Hustenreflex möglichst nicht unterdrückt werden.

Oft tritt akuter Reizhusten zu Beginn einer akuten Bronchitis, Kehlkopfentzündung, Entzündung der Luftröhre, Tumore und bei kleinen Verstopfungen von Blutgefäßen in der Lunge (Lungenembolie). Auch das COVID-19 Virus verursacht Reizhusten.

Zudem können Reizungen der Nase, Nasennebenhöhlen und im Rachenraum trockenen Reizhusten auslösen. Gleiches gilt für bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel ACE-Hemmer. Sie werden gegen Herzschwäche (Herzinsuffizienz und Bluthochdruck) eingenommen: Reizhusten ist dann eine Nebenwirkung dieser Medikamente.

Wissenswertes!

Reizhusten wird auch als trockner Husten oder unproduktiver Husten bezeichnet, da dieser Husten ohne Auswurf einhergeht. Bei Husten mit Auswurf wird hingegen von Schleimhusten oder produktivem Husten gesprochen. Bei Schleimhusten sind die Atemwege wie beim Reizhusten überansprucht, wobei die Ursachen unterschiedlich sein können. Gleiches gilt für Bluthusten: Diese Husten-Form tritt bei schweren Krankheiten wie bei einer schweren Bronchitis mit Blutung der Schleimhaut oder Tuberkulose auf. Sehr selten können auch Krankheiten, die die Blutgerinnung beeinträchtigen wie die Bluterkrankheit oder die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten wie zum Beispiel Marcumar, Bluthusten auslösen.

Meistens dauert akuter Husten weniger als vier Wochen an, wenn er durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird. Verschwindet der Husten nach drei oder vier Wochen nicht, wird er als chronischer Husten oder Dauerhusten bezeichnet. Von chronischem Husten betroffen sind oft Menschen mit chronischer Bronchitis, Asthma oder Allergien. 

Reizhusten: Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Bei Reizhusten ist die Schleimhaut im Rachen im wahrsten Sinne des Wortes gereizt. Eine Ärztin oder einen Arzt sollten Sie bei Husten in folgenden Situationen aufsuchen, zum Beispiel wenn: 

  • Sie lang anhaltende, ausgeprägte Hustenanfälle haben.
  • Sie länger als eine Woche unverändert stark von Reizhusten betroffen sind.
  • Sie von Atemnot betroffen sind.
  • Sie zunehmend matter werden und Fieber hinzukommt.
  • Ihr Husten schmerzhaft und stärker wird.
  • Sie Blut beim Abhusten sehen.
  • Sie Kontakt mit Personen hatten, die eine Infektionskrankheit haben.
  • Sie in der Vergangenheit eine bekannte Krebserkrankung hatten oder an einer Immunschwäche leiden.

Die besten Hausmittel gegen Reizhusten

Um die gereizte Rachenschleimhaut zu beruhigen, ist Feuchtigkeit das Mittel der ersten Wahl. Zur Verfügung stehen zum Beispiel Kräutertees und Inhalationen. Auch Wickel oder Inhalationen mit Pflanzenextrakten können bei Reizhusten helfen. Bei Reizhusten mit Fieber, darf nicht gebadet werden, da das Herz-Kreislaufsystem überansprucht werden kann.

Malventee

Die Blätter und Blüten der Malve sind reich an sogenannten Schleimstoffen. Werden sie mit Wasser übergossen, gehen sie in die Flüssigkeit über. Gelangen die Schleimstoffe in den Mund und Rachen breiten sie sich wie ein schützendes Gel aus und lindern so den Hustenreiz.

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion einen Teelöffel getrocknete Malvenblätter (1,8 Gramm) oder Malvenblüten (1-2 Gramm) mit rund 150 Millilitern kochend heißem Wasser. Sie können lose Blätter oder Blüten, einen Teefilter oder ein Tee-Ei verwenden. Den Tee zudecken und zehn bis 15 Minuten ziehen lassen, dann die Blätter oder Blüten abseihen.

Trinken Sie den ausreichend abgekühlten Tee aus Malvenblättern in kleinen Schlucken. Bei angegriffener Schleimhaut in Mund und Rachen können Sie den Auszug für einige Sekunden im Mund halten und verteilen, bevor Sie den Tee herunterschlucken. So verteilen sich die schützenden Schleimstoffe noch besser. Alternativ können Sie den Tee auch wieder ausspucken oder zum Gurgeln verwenden. Dazu sollte er jedoch kalt sein.

Trinken Sie täglich bis zu drei Tassen Malventee.

Vorsicht!

Ob Malvenblätter und Malvenblüten in der Schwangerschaft und Stillzeit negative Effekte ausüben, wurde bislang nicht untersucht. Daher sollten Zubereitungen mit der Malve während dieser Zeit nicht angewendet werden.

Malven stecken voller schleimhautschützender Schleimstoffe

Bienenwachs-Wickel

Ein Bienenwachs-Wickel ist eine Stoffkompresse, die mit Bienenwachs beschichtet ist. Sie wird auf die Brust und den Rücken aufgetragen. Sie speichert, vertieft und reguliert die körpereigene Wärme und kann so den Hustenreiz abmildern. 

Anwendung

Aufgewärmt wird die Kompresse für zwei bis vier Minuten im Backofen bei 40°C oder sie wird auf eine Wärmflasche gelegt. Anschließend wird die Kompresse auf die Brust und bei Bedarf zusätzlich auf den Rücken gelegt. Dort kann der Bienenwachs-Wickel 20 Minuten oder mehrere Stunden wirken. Für die Befestigung dient eine Mullbinde oder ein Handtuch. 

Sie erhalten Bienenwachskompressen in Apotheken, Reformhäusern oder im Online-Handel. Ein Vorteil der Kompressen ist ihre Wiederverwertbarkeit: Sie können für zehn bis zwölf Anwendung gebraucht werden.

Vorsicht!

Achten Sie darauf, dass der Bienenwachs-Wickel nicht zu heiß auf die Haut aufgetragen wird. Es kann sonst zu Verbrennungen kommen.

Kartoffelwickel

Der bewährte Kartoffel-Brustwickel lindert den Hustenreiz. Dazu werden 300 Gramm frische Pellkartoffeln mit Schale in ein längs gefaltetes Handtuch gegeben und zerdrückt.

Anwendung

Legen Sie die Kartoffelmasse auf die Brust und umwickeln Sie diese mit einem großen Handtuch, um die Wärme zu erhalten und die Masse zu fixieren. Lassen Sie den Kartoffelwickel 20 Minuten oder länger einwirken. Danach die Masse entfernen und ruhen.

Vorsicht!

Die Kartoffelmasse sollte nicht zu heiß sein.

Desinfizierender Raumduft mit Kiefernnadelöl

Während Feuchtigkeit in der Luft die gereizten Schleimhäute der Atemwege beruhigt, hat Kiefernnadelöl eine leicht desinfizierende Wirkung.

Anwendung

Befüllen Sie eine Schale mit Wasser und geben Sie fünf Tropfen Kiefernnadelöl (Apothekenqualität) hinzu. Stellen Sie das Schälchen an einen warmen Platz, zum Beispiel auf die Heizung oder den Ofen und atmen Sie die Dämpfe ein. Das Schälchen mit dem Kiefernnadelöl sollte in einem Raum stehen, indem Sie sich häufig aufhalten.

Vorsicht!

Wenn Sie an Asthma leiden oder Keuchhusten diagnostiziert wurde, darf kein Kiefernnadelöl angewendet werden. In großen Mengen, kann die direkte Inhalation von konzentriertem Kiefernnadelöl die Haut und Schleimhäute reizen.

Thymiantee

Das Kraut vom Thymian lindert Reizhusten indem seine Inhaltsstoffe (Flavonoide und ätherische Öle) die Bronchialmuskulatur entspannen. Gerade bei krampfartigem Husten, der mit Schmerzen verbunden ist, ist eine Tasse Thyimantee wohltuend.

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion einen Teelöffel getrocknetes Thymiankraut (1,5 Gramm) mit rund 150 Millilitern kochend heißem Wasser. Sie können loses Kraut, einen Teefilter oder ein Tee-Ei verwenden. Den Tee zudecken und fünf Minuten ziehen lassen, dann das Kraut abseihen.

Trinken Sie den ausreichend abgekühlten Tee aus Thymiankraut in kleinen Schlucken. Im Tagesverlauf nehmen Erwachsene bis zu drei Tassen ein.

Vorsicht!

Ob Thymiankraut in therapeutischen Mengen in der Schwangerschaft und Stillzeit negative Effekte ausüben, wurde bislang nicht untersucht. Daher sollten Zubereitungen mit dem Thymian während dieser Zeit nicht angewendet werden.

Heilpflanzen für Dummies
Werbung - In meinem Buch "Gesünder leben mit Heilpflanzen für Dummies" erfahren Sie alles Wissenswerte über Heilpflanzen

Efeu-Brausetabletten

Bestimmte Inhaltsstoffe der Efeublätter mildern trockenen Reizhusten und lindern die Entzündung der Atemwege. Angewendet werden die Extrakte aus den Efeublättern nur in Form von Fertigarzneimitteln, die in Apotheken erhältlich sind: Die Herstellung von korrekt dosierten Tees ist schwierig, da die enthaltenen Inhaltsstoffe punktgenau abgemessen werden müssen. 

Anwendung

Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene nehmen zwei mal täglich 1 Brausetablette (600 Milligramm) aufgelöst in Wasser ein.

Über die richtige Dosierung von Jugendlichen und Kindern unter 12 Jahren geben Apotheker-Innen und Ärzt-Innen Auskunft.

Vorsicht!

Efeu-Brausetabletten dürfen nicht zusammen mit hustenreizstillenden Medikamenten wie Codein eingenommen werden. Menschen mit Magenschleimhautentzündung oder Magengeschwüren sollten Efeu-Extrakte nur nach Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt einnehmen, da die Inhaltsstoffe die Schleimhäute im Magen reizen können.

Anti-Hustenreiztee

Gegen gereizte, entzündete Schleimhäute kann eine Mischung aus verschiedenen Heilpflanzen helfen. Für 100 Gramm Anti-Hustenreiz-Teemischung brauchen Sie:

  • 40 Gramm Eibischwurzeln
  • 40 Gramm Malvenblätter
  • 20 Gramm Kamillenblüten

Kaufen Sie die Zutaten in der Apotheke oder im Reformhaus. Achten Sie dabei auf das Qualitätsmerkmal „Arzneiqualität“. Nur so ist die erforderliche Menge an wirksamen Inhaltsstoffen garantiert. Vermischen Sie die Zutaten und geben Sie diese in eine beschriftete Teedose.

Anwendung

Übergießen Sie für 1 Portion einen Teelöffel der Teemischung (1,5 Gramm) mit 250 Millilitern kochend heißem Wasser. Sie können lose Kräuter, einen Teefilter oder ein Tee-Ei verwenden. Den Tee zudecken und fünf Minuten ziehen lassen, dann das Kraut abseihen.

Trinken den ausreichend abgekühlten Tee in kleinen Schlucken. Im Tagesverlauf nehmen Erwachsene bis zu drei Tassen ein.

Vorsicht!

Ob die Heilpflanzen in therapeutischen Mengen in der Schwangerschaft und Stillzeit negative Effekte ausüben, wurde bislang nicht untersucht. Daher sollten Zubereitungen der Teemischung während dieser Zeit nicht angewendet werden. 

Auch bei bekannten Allergien und Unverträglichkeiten gegenüber eine oder mehrere Heilpflanzen der Teemischung sollten Sie auf die Anwendung verzichten.

Einreibungen

Salben, Cremes und Gele mit ätherischen Ölen wie Kampfer, Fichte, Kiefer und Eukalyptus entspannen die Atemwegsmuskulatur und lindern den Hustenreiz. Entsprechende Präparate können Sie in der Apotheke oder in Drogerien kaufen.

Anwendung

Bitte wenden Sie das Präparat nach den Anweisungen des Herstellers an.

Vorsicht!

Bitte beachten Sie die Warnhinweise der Hersteller.

Info!

Hausmittel können je nach Stärke der Symptome und Krankheitsbild Reizhusten lindern und die Abheilung fördern. Sie können andere therapeutische Therapien ergänzen oder alleinig angewendet werden. Wichtig ist, dass Hausmittel immer einen Effekt auf die Gesundheit auslösen – so mild sie auch sein mögen. Sollte jedoch Ihre Ärztin oder Ihr Arzt der Meinung sein, dass die Anwendung von Hausmitteln den Erfolg einer anderen medizinisch notwendigenTherapie behindern könnte, sollen Sie auf den Einsatz der Hausmittel verzichten.

Werbung - Super Herbs: Besondere Heilpflanzen für besondere Situationen

Quellen und Literatur

Bäumler, S: Heilpflanzen Praxis Heute. München 2007.

Committe on Herbal Medicinal Products (HMPC). European Union herbal monograph on Malva sylvestris L., flos. Online Portal: https://www.ema.europa.eu/documents/herbal-monograph/draft-european-union-herbal-monograph-malva-sylvestris-l-flos-first-version_en.pdf, Zugriff am 18.03.2020.

Committe on Herbal Medicinal Products (HMPC). European Union herbal monograph on Malva sylvestris L. and/or Malva neglecta Wallr., folium. Online Portal: https://www.ema.europa.eu/documents/herbal-monograph/draft-european-union-herbal-monograph-malva-sylvestris-l/malva-neglecta-wallr-folium-first-version_en.pdf, Zugriff am 18.03.2020.

Schilcher, H. et al.: Leitfaden Phytotherapie. 5. Aufl. Elsevier Urban & Fischer München 2016.

Wichtige Hinweise

Dieser Artikel kann niemals den ärztlichen, oder den von anderen medizinischen Fachleuten (zum Beispiel Psychotherapeuten, Ernährungstherapeuten und Heilpraktiker) Rat, eine Untersuchung, Diagnose und Therapie ersetzen. Bitte nehmen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden stets professionelle Unterstützung im Anspruch. 

Das vorliegende Werk wurde mit Sorgfalt erarbeitet. Trotzdem erfolgen alle Angaben ohne Gewährleistung. Weder die Autorin noch andere Beteiligte können für mögliche Schäden oder Nachteile für die in diesem Werk vorgestellten Informationen hervorgehen haften.